Fachbegriffe – einfach erklärt

Im Folgenden finden Sie die Erklärung für einige medizinische Fachbegriffe, denen Sie im Verlauf Ihrer Behandlung oder Informationssuche begegnen werden.

Eine umfangreiche Sammlung von Fachbegriffen hat das Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e. V. für seine Mitglieder in der Broschüre „Glossar medizinischer Fachbegriffe zu Neuroendokrinen Neoplasien“ herausgegeben. Eine Leseprobe finden Sie auf der Website des Netzwerk NeT unter www.netzwerk-net.de > Broschüren bzw. www.glandula-net-online.de/cms/upload/Broschren/Glossar_Leseprobe.pdf.


Neubildung von Blutgefäßen aus bestehenden Blutgefäßen. Dies spielt immer dann eine Rolle, wenn ein Gewebe einen erhöhten Nährstoffbedarf hat, z. B. im Wachstum, bei der Wundheilung, aber auch beim Tumorwachstum.

Botenstoff (Hormon), der an der Steuerung von Entzündungsprozessen beteiligt ist. Beeinflusst die Spannung der Gefäßwände und verursacht eine erhöhte Durchlässigkeit für Körperflüssigkeiten. Es kommt hierdurch zu einem erhöhten Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem.

Gesamtheit aus Lunge und unteren Atemwegen: Luftröhre, Bronchien, Lunge. Zu den oberen Luftwegen werden hingegen Nase, Nasennebenhöhlen und Rachen gerechnet.

Eiweißsubstanz und allgemeiner Tumormarker für GEP-NET. Wird von normalen endokrinen Zellen und Tumorzellen produziert und in die Blutbahn abgegeben.

Computergestütztes bildgebendes Röntgenverfahren. In einer Röhre wird der Körper in Schichten durchstrahlt und elektronisch in Bilder umgesetzt, in denen sich die verschiedenen Gewebe gut voneinander unterscheiden lassen.

Der Begriff Differenzierung bezeichnet die Ähnlichkeit des Tumors mit dem Ursprungsgewebe. Gut differenzierte Tumoren ähneln stark dem Gewebe, aus dem sie hervorgehen. In schlecht differenzierten Karzinomen ist unter Umständen kaum noch eine Ähnlichkeit auszumachen.

Wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter), der anregend wirkt und unter anderem auch emotionale und geistige Reaktionen steuert. Es wird im Volksmund als „Glückshormon“ bezeichnet.

Nuklearmedizinische Untersuchung mit künstlich hergestellten und radioaktiv markierten Somatostatin-Analoga (DOTATOC). DOTATOC bindet im Körper wie das körpereigene Hormon an Somatostatin-Rezeptoren der Tumorzellen. Die gebundenen Radionuklide senden radioaktive Strahlung aus, die mithilfe spezieller Geräte sichtbar gemacht werden kann. PET steht für Positronen-Emissions-Tomographie und bezeichnet ein Untersuchungsverfahren, das die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Körper messen kann. Um die Verteilung der Substanz im Körper einzelnen Organen zuordnen zu können, wird die Untersuchung mit einer herkömmlichen Computertomografie kombiniert (PET-CT).

„Spiegelung“; Untersuchung von Hohlorganen (z. B. Magen, Darm, Blase) oder Körperhöhlen (z. B. Bauchhöhle) mit Hilfe eines schlauchförmigen Geräts (Endoskop). Die Endoskopie beinhaltet die Möglichkeit Gewebeproben zu entnehmen oder kleine operative Eingriffe vorzunehmen.

Eiweißstoff (Protein), der bestimmte biochemische Vorgänge in der Zelle oder im Körper regelt und beschleunigt, wie z.B. die enzymatische Spaltung von Nahrungsfetten, damit diese vom Darm aufgenommen werden können.

Normalerweise in der Magenschleimhaut gebildetes Hormon, das vor allem die Salzsäureproduktion des Magens steuert.

Hormon der Bauchspeicheldrüse und Gegenspieler des Insulins bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Glukagon bewirkt durch die Mobilisierung von Zuckerreserven, z.B. aus der Leber, eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels.

Substanz im Körper, die als Gewebshormon und Neurotransmitter wirkt. Histamin spielt z.B. im Immunsystem, bei Entzündungsreaktionen, bei der Regulation der Magensäure und im Zentralnervensystem eine Rolle.

Boten- oder Signalstoff, der von speziellen Zellen gebildet und in die Blutbahn abgegeben wird. Hormone regulieren zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper. Beispiele sind die Blutzuckerregulation durch Insulin oder das Wachstum durch Wachstumshormon.

Teil des Gehirns, der als übergeordnetes Steuerzentrum des Hormonhaushaltes gilt und z. B. die Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse steuert.

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Blutzucker senkt. Gegenspieler des Glukagons. Wenn Insulin zu wenig wirkt (Insulinresistenz) oder wenig/gar kein Insulin gebildet wird, steigt der Blutzucker stark an. Diese Krankheit heißt Zuckerkrankheit oder Diabetes mellitus.

Bösartiger Tumor, der von Zellen im Deckgewebe der Haut oder Schleimhaut ausgeht. Karzinome machen ca. 80 % aller Krebserkrankungen aus.

Marker, der die Rate der Zellteilungen (= Proliferationsindex) angibt. Zusammen mit der Differenzierung des Tumorgewebes ergibt sich das Grading.

Linsen- bis bohnengroße knotige Gebilde, die in den Lymphgefäßen liegen und als „Filter“ für Fremdstoffe wie Krankheitserreger, Tumorzellen etc. dienen, die sich in der Lymphflüssigkeit befinden.

Auch Kernspintomografie genannt. Die MRT erzeugt Schnittbilder des menschlichen Körpers basierend auf starken Magnetfeldern ohne den Einsatz von Röntgenstrahlung. Durch das Magnetfeld werden Wasserstoffatome im Gewebe angeregt. Beim Übergang in den Ruhezustand nach Abschalten des Magnetfeldes werden elektrische Signale abgegeben, aus denen ein Bild errechnet werden kann.

Das „Multiple Endokrine Neoplasie“-Syndrom­ vom Typ 1 (MEN1) ist eine erbliche Erkrankung. Bei den Betroffenen kommt es zum Auftreten mehrerer Tumoren in hormonproduzierenden Organen. Am häufigsten sind Nebenschilddrüsen, Hirnanhangsdrüse und Bauchspeicheldrüse betroffen. Synonym wird auch der Begriff Wermer-Syndrom verwendet.

Minimal-invasive Chirurgie bezeichnet Eingriffe mit kleinstmöglichen Verletzungen von Gewebe, sowohl der Haut als auch anderer Gewebe. Möglich wird das durch den Einsatz kleinster Kameras und Operationsinstrumente.

Gesamter Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms, einschließlich des Blinddarms bis zur rechten Dickdarmhälfte.

mTOR (Mammalian Target of Rapamycin) ist der Name eines in allen Säugetieren vorkommenden Eiweißes (Protein), an das der immunsuppressive Wirkstoff Rapamycin bindet. mTOR ist ein Enzym, das für das Überleben, das Wachstum, die Vermehrung und die Beweglichkeit von Zellen wichtig ist.

Der Begriff neuroendokrin besagt, dass diese Zellen einerseits Ähnlichkeiten mit Nervenzellen (neuro) aufweisen, zum anderen Hormone in die Blutbahn (endokrin) abgeben können.

Eiweißstoff, der vor allem in neuroendokrinen Zellen und in Nervenzellen vorkommt. NSE dient als Tumormarker bei bestimmten Arten von Lungen- und Schilddrüsenkrebs und bei neuroendokrinen Tumoren.

Botenstoffe des Nervensystems, z.B. Dopamin, die Informationen zwischen den Nervenzellen übertragen.

Vorhersage des wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs anhand von Erfahrungswerten.

Wachstum bzw. Vermehrung oder Wucherung eines Gewebes. Grundlage ist die beschleunigte Teilung der am Gewebsaufbau beteiligten Zellen.

Radioaktive Partikel, die spontan zerfallen und dabei Energie freigeben, die mit bestimmten Methoden für die bildgebende Diagnostik genutzt werden kann (Szintigrafie, PET). Radionuklide werden auch zur Therapie eingesetzt.

Wichtiger Botenstoff des Körpers, der in den Zellen des Nervensystems vorkommt. Außerhalb des Nervensystems findet er sich in bestimmten Zellen des Magen-Darm-Traktes und in den Blutplättchen. Serotonin reguliert die Spannung der Blutgefäße und beeinflusst die Magen-Darm-Tätigkeit sowie die Signalübertragung im Zentralnervensystem. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von z. B. Essverhalten, Schlaf, Schmerzempfinden, Stimmung.

Die Szintigrafie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, die Aufschluss über die Stoffwechselaktivität in verschiedenen Geweben gibt. Tumoren haben in der Regel eine höhere Stoffwechselaktivität als Normalgewebe. Mithilfe gering radioaktiver Stoffe (Radionuklide) kann diese Stoffwechselaktivität nachgewiesen und in einem Bild dargestellt werden.

Tumormarker sind entweder Bestandteile der Krebszellen selbst oder vom Tumor oder vom gesunden Gewebe als Reaktion auf die Krebszellen gebildete Stoffwechselprodukte, die sich in den Körperflüssigkeiten nachweisen lassen. Zur Diagnose sind sie nur bedingt geeignet, da die entsprechenden Marker bei unterschiedlichsten gut- und bösartigen Erkrankungen erhöht sein können. Zur Verlaufskontrolle bei einer gesicherten Krebserkrankung spielen sie jedoch eine wichtige Rolle. Der spezifische Tumormarker für NET ist das Chromogranin A.

Eiweißstoffe (Enzyme), die bestimmte Prozesse in den Körperzellen steuern oder beschleunigen. Tyrosinkinasen spielen z.B. bei der Steuerung von Zellteilung und Wachstum oder bei der Neubildung von Blutgefäßen eine Rolle.