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Tipps bei Karzinoid-Syndrom

Menschen mit Karzinoid-Syndrom leiden vermehrt unter Symptomen wie Flush-Anfällen, Durchfall und Bauchschmerzen. Besonders häufig treten diese Beschwerden nach Genuss von Alkohol oder Lebensmitteln auf, die biogene Amine enthalten.

Amine entstehen vor allem bei Reifungs-, Gärungs- oder sonstigen Verarbeitungsprozessen, die dem Zweck der Haltbarmachung oder Alterung von Lebensmitteln dienen.

Versuchen Sie daher, folgende Lebensmittel zu meiden:

  • reife und gealterte Käsesorten – sowohl als Weichkäse als auch Hartkäse
  • geräucherte Nahrungsmittel (Fleisch, Fisch, Käse)
  • haltbar gemachte oder getrocknete Fleisch- und Fischsorten, auch Konserven
  • Hefe, Hefeextrakte, Sauerteig
  • alkoholische Getränke
  • fermentierte Lebensmittel (z. B. Sauerkraut, eingelegte Gurken, Sojasauce)
  • überreife Früchte
  • Bananen, Himbeeren und Avocado
  • große Mengen an Schokolade und Koffein
  • Nüsse und Samen

TIPPS BEI INSULINOM

Da Insulinome Insulin produzieren, auch wenn Ihr Blutzuckerspiegel im Normalbereich liegt, kann es jederzeit bei Ihnen zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen. Diese macht sich bemerkbar durch: Heißhunger, Schweißausbrüche, Zittrigkeit, Kopfschmerzen,  allgemeine Schwäche und Müdigkeit und manchmal sogar Bewusstlosigkeit.

Um einer Unterzuckerung vorzubeugen, ist es wichtig, ...

  • mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten (sechs oder mehr pro Tag) zu verzehren, die aus komplexen Kohlenhydraten bestehen.
  • gleichzeitig Fett und Eiweiß zu verzehren, um die Umwandlung der Kohlenhydrate in Zucker zu verzögern.

Ideen für kleine Mahlzeiten mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett

  • Obststück mit einer Handvoll Nüsse
  • Knäckebrot mit Käse
  • Knäckebrot mit Quark und Oliven
  • Naturjoghurt mit Haferflocken und Leinsamenöl
  • hartgekochtes Ei mit Butterbrot

Wo findet man komplexe Kohlenhydrate?

  • Vollkornprodukte;
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen;
  • Getreideflocken und -kleie;
  • Wildreis, brauner Reis;
  • Gemüse

TIPPS BEI GASTRINOM

Gastrinome führen zu einer erhöhten Produktion der Magensäure. Dies kann unangenehmes Sodbrennen, Schmerzen im Hals und über dem Brustbereich sowie saures Aufstoßen verursachen.

Bestimmte Lebensmittel können die Magensäureproduktion anregen. Daher kann es je nach individueller Verträglichkeit hilfreich sein, auf folgende Lebensmittel zu verzichten oder diese nur in geringen Mengen zu essen:

  • Zitrusfrüchte und Säfte;
  • geräucherte und stark gebratene Lebensmittel;
  • stark gewürzte, gesalzene oder scharfe Speisen;
  • alkoholische Getränke (Liköre, Schnäpse, Weißwein);
  • Essig; Chili und Chiliprodukte;
  • Schokolade; Getränke mit Kohlensäure;
  • Tomaten; Kaffee; sehr heiße Getränke;
  • Pfefferminz/Pfefferminztee

Darüber hinaus hilft es, ...

  • sich ausreichend Zeit beim Essen zu nehmen.
  • bei nächtlichem Sodbrennen den Oberkörper in einem Winkel von 30–45 Grad zu lagern.
  • nach dem Essen mindestens 30 Minuten sitzen zu bleiben.
  • nach dem Essen ein Glas Milch oder Buttermilch zu trinken.

Quelle:
Broschüre „Ernährungstipps bei NET oder Akromegalie – Informationen für Menschen mit neuroendokrinen Tumoren oder Akromegalie“, Nicole Erickson, 3. Auflage 2018. Herausgeber: Novartis Pharma GmbH