Auswirkungen auf das tägliche Leben

AUSWIRKUNGEN AUF PARTNER UND FAMILIE

Die meisten Menschen in Ihrer Situation machen sich große Sorgen um ihre nächsten Angehörigen. Gedanken wie: „Wie wird mein Ehe-/ Lebenspartner damit umgehen?“, „Hält unsere Beziehung das aus?“, „Was macht das mit meinen Kindern?“ oder „Wie wird sich unser  Familienleben verändern?“ werden vermutlich auch Sie beschäftigen.

Eine einfache Antwort auf diese Fragen gibt es leider nicht. Sicher ist jedoch, dass sich das gemeinsame Leben innerhalb der Beziehung und Familie anders ausrichten wird. Auch, wenn es nicht immer einfach ist, seine Rolle neu zu definieren, so bieten sich hier Chancen, möglicherweise eingefahrene Strukturen aufzubrechen und neu zu gestalten.

Für junge Paare stehen meist Entscheidungen zur Familienplanung oder zum Kauf eines Eigenheims im Raum oder sie werden mitten im Berufsleben von der Erkrankung eingeholt. Ältere Menschen müssen vielleicht ihre Lebenspläne für das Alter anpassen oder ganz  zurückstellen. Diese Situationen erfordern von allen Beteiligten viel Kraft und die Bereitschaft, sich offen mit den neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Auch hier kann es sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung und Anregungen von einem Psychoonkologen oder Psychotherapeuten einzuholen.

Wenn es Ihnen eher entspricht, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, die ähnliche Lebensfragen zu lösen hatten, ist der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe, wie z. B. dem Netzwerk NeT e. V. möglicherweise Ihr Weg.


FAMILIENPLANUNG

Ist die Familienplanung bei Ihnen noch nicht abgeschlossen, sollten Sie dieses Thema mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Er kann Ihnen erläutern, ob und wie sich ein Kinderwunsch mit Ihrer Erkrankung und deren Behandlung vereinbaren lässt.

Das Risiko an NET zu erkranken ist übrigens nicht vererbbar. Da neuroendokrine Tumoren aber auch in Folge des vererbbaren MEN1-Syndroms (Multiple Endokrine Neoplasie vom Typ 1) auftreten können, sollte Ihr Arzt eine entsprechende genetische Untersuchung veranlassen.


AUSWIRKUNGEN AUF DIE BERUFSTÄTIGKEIT

Sind Sie berufstätig? Dann wird die für Sie wichtigste Frage sein, ob und wenn ja, in welchem Umfang Sie weiterhin Ihrem Beruf werden nachgehen können.

Es kann sein, dass es Ihnen nach einer Behandlung besser geht und Ihr Arbeitsalltag dadurch sogar erleichtert wird. Ebenso möglich ist es aber auch, dass Sie Ihre Arbeitszeiten anpassen oder gar nicht mehr arbeiten möchten, weil Sie sich durch die Folgen einer eventuellen Operation oder der Erkrankung selbst zu stark eingeschränkt fühlen.

Der Gesetzgeber bietet Ihnen hier eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen an, die Sie über Ihren Rentenversicherungsträger, Ihre Krankenkasse, die Agentur für Arbeit oder den Kliniksozialdienst in Erfahrung bringen können. Lassen Sie sich beraten zu Themen wie z. B.:

  • Stufenweise Wiedereingliederung in das Arbeitsleben nach längerer Krankheit
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation)
  • Schwerbehindertenausweis
  • Finanzielle Absicherung durch Krankengeld, Arbeitslosengeld, Erwerbsminderungsrente

Wenn Sie sich ausführlicher über diese verschiedenen Leistungen informieren möchten, dann lesen Sie auch hier!


Gut zu wissen

Die Deutsche Krebshilfe hat in ihrer blauen Reihe den Ratgeber Nr. 40 zum Thema „Wegweiser zu Sozialleistungen“ herausgegeben, den Sie unter www.krebshilfe.de bestellen oder herunterladen können.


Quelle:
Broschüre „Leben mit neuroendokrinen Tumoren (NET)“, 2018. Herausgeber: Novartis Pharma GmbH

Zuletzt besucht am 20.06.2018:
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