Ernährung bei Verdauungsbeschwerden

Abhängig von Art und Ort Ihres Tumors sowie der Therapiewahl, berichten NET-Patienten häufig von Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Hier folgen einige Tipps, die Ihnen helfen können, diese Symptome etwas zu lindern.


TIPPS GEGEN BLÄHUNGEN

Vermeiden Sie möglichst folgende Lebensmittel:
Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch, Kohlgemüse, Spargel, Sellerie, Paprika, Schwarzwurzeln, frisches Brot, Birnen, Eier und Eierprodukte, Weizen- oder Haferkleie, kohlensäurehaltige und koffeinhaltige Getränke, Zuckeraustauschstoffe (z. B. Sorbit,  Mannit, Maltit und Fructose)

  • Trinken Sie Kümmel, Fenchel, Anis, Pfefferminze oder Brennnessel als Tee in kleinen Schlucken zum Essen.
  • Trinken durch Strohhalme, Kaugummikauen und rasches Essen führen zu verschluckter Luft und können ebenfalls Blähungen fördern.
  • Planen Sie ausreichend Zeit bei jeder Mahlzeit ein. Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.

TIPPS GEGEN DURCHFALL

Der Körper verliert bei Durchfall große Mengen Wasser, Mineralien und Verdauungssäfte. Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust durch
zusätzliche Trinkmengen (zwei bis drei Liter) aus:

Trinken

  1. Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten.
  2. Haben Sie immer etwas zu trinken dabei, auch unterwegs
  3. Stellen Sie sich einen Wecker und trinken Sie alle 30 Minuten ein paar Schlucke.
  4. Am besten sind Getränke ohne Kohlensäure und Teesorten wie Fenchel- und Kamillentee
  5. Auch Fleisch- und Gemüsebrühe in kleinen Schlucken hilft.
  6. Probieren Sie die WHO-Lösung – erhältlich in Apotheken oder selbst herstellen

Essen

  1. Essen Sie viele kleine Portionen über den Tag verteilt.
  2. Meiden Sie scharfe und fettige Gerichte.
  3. Bevorzugen Sie pektinreiche Lebensmittel wie z. B. frisch geriebene Äpfel, gekochte Möhren und Heidelbeeren.
  4. Essen Sie Reis, Reisschleim, Kartoffeln oder Weißmehlprodukte.
  5. Flohsamen helfen manchen Menschen, ihren Stuhl einzudicken.
  6. Essen Sie Obst und Gemüse möglichst gekocht.

WHO -Lösung zur oralen Rehydration (ergibt 1 Liter)

7 TL Zucker (vorzugsweise Traubenzucker)
1 TL Salz
1/2 TL Backpulver in 1 l Wasser (ohne Kohlensäure) auflösen
gegebenenfalls dazugeben:
1-2 zerdrückte Bananen


TIPPS GEGEN VERSTOPFUNG

Verstopfung ist eine bekannte Nebenwirkung vieler Medikamente, die NET-Patienten einnehmen müssen. Die Medikamente können Sie natürlich nicht einfach weglassen, aber Ihre Ernährung entsprechend anpassen:

  • Brot aus feinvermahlenem Vollkorn, Vollkornnudeln, Naturreis, Müsli, Gemüse, Salat und Obst oder Leinsamen sollten häufig auf Ihrem Speiseplan stehen.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser – mindestens zwei Liter über den Tag verteilt.
  • Zusätzliche Obst- oder Gemüsesäfte (z. B. Sauerkrautsaft) oder Pflaumensaft wirken abführend.
  • Meiden Sie Bananen, Heidelbeeren, gekochte Möhren und große Mengen Weißmehlprodukte.
  • Außerdem können regelmäßige Bewegung, Bauchmassage (im Uhrzeigersinn!) oder nach dem Aufstehen ein Glas kaltes oder lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen helfen, Ihre Darmtätigkeit anzuregen.
  • Legen Sie die Trockenpflaumen am Vorabend in Wasser ein und essen Sie sie am nächsten Tag mit der Flüssigkeit.
  • Lösen Sie zwei Löffel Milchzucker in einem Glas Wasser auf und trinken Sie diese Lösung über den Tag verteilt.

Quelle:
Broschüre „Ernährungstipps bei NET oder Akromegalie – Informationen für Menschen mit neuroendokrinen Tumoren oder Akromegalie“, Nicole Erickson, 3. Auflage 2018. Herausgeber: Novartis Pharma GmbH