Bei neuroendokrin­en Tumor­en bilden sich häufig Metastasen in der Leber, die die Funktionsfähigkeit des Organs beeinträchtigen können. Solche Tumor­absiedlungen lassen sich durch verschiedene Therapie­methoden gezielt behandeln. Die Entscheidung, welche der folgenden Methoden oder welche Kombination von Methoden eingesetzt werden, wird für jeden Patienten individuell durch ein multidisziplinäres Tumorboard festgelegt.

OPERATIVE ENTFERNUNG DER METASTASEN

Die Entscheidung, ob Lebermetastasen operativ entfernt werden können, hängt von ihrer Größe, Lage in der Leber und ihrer Anzahl ab. Bei weniger als fünf Lebermetastase­n ist meistens eine operative Entfernung möglich. Dabei schneidet der Chirurg die Metastasen mit einem ausreichend großen Saum (Sicherheitsabstand) im gesunden Gewebe heraus. Lebergewebe kann relativ großzügig entfernt werden, da der verbliebene Leberanteil die Funktion des herausgeschnittenen Gewebes übernehmen kann. Außerdem besitzt die Leber die Fähigkeit, sich zu regenerieren, d. h., dass das entfernte Gewebe sich im Laufe der Zeit nachbilden kann.

Leben mit NET Behandlung Lebermetastasen
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LOKAL ABLATIVE VERFAHREN

Bei diesen Verfahren werden die Metastase­n gezielt „vor Ort“ zerstört, ohne dass ein aufwendiger chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Je nach Anzahl, Größe und Lage der Metastasen werden folgende Methoden angewendet:

  • Transarterielle (Chemo-)Embolisation (TACE bzw. TAE): Bei diesem Verfahren kann eine Embolisation mit einer örtlich begrenzten Chemotherapie verbunden werden. Über einen Leistenkatheter werden kleinste Kunststoffpartikel in die Leberarterie eingebracht. Die Partikel verschließen die Blutgefäße, die Metastase mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, sodass das Tumorgewebe abstirbt. Zusätzlich kann ein Chemotherapeutikum über den Katheter in die Metastase gespritzt werden.
  • Selektive interne Radiotherapie (SIRT), auch transarterielle Radioembolisation (TARE) genannt: Kleinste Kunststoffkügelchen, die schwach radioaktives Material (Yttrium 90) enthalten, werden über einen Leistenkatheter in einzelne Äste der Leberarterie gespritzt und erreichen über den Blutstrom das Tumorgewebe. Dort bleiben sie in den kleinen Blutgefäßen hängen, geben dort gezielt ihre Strahlung an den Tumor ab und zerstören so die Krebszellen. Gleichzeitig werden die Blutgefäße, die die Metastase versorgen, verschlossen (Embolisation). Das umliegende Gewebe wird dabei weitestgehend geschont.
  • Radiofrequenzablation (RFA), auch radiofrequenzinduzierte Thermoablation (RITA) genannt: Bei dieser Methode wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine Sonde zur Metastase vorgeschoben. Die Metastase wird mittels Radiofrequenzwellen bzw. Laserlicht auf 50–120 Grad erhitzt und „verkocht“. Auf diese Weise können auch größere Metastasen zerstört werden.
  • Kryotherapie (Kältetherapie): Flüssiger Stickstoff wird über eine Sonde direkt an die Metastasen geleitet. In den Tumorzellen bilden sich daraufhin Eiskristalle, die Zelle stirbt ab.
  • Perkutane Ethanolinjektion (PEI): Unter Kurznarkose wird mithilfe einer feinen Nadel Ethanol (95%iger Alkohol) durch die Haut (perkutan) in die Lebermetastase gespritzt. Infolge der giftigen Wirkung des Alkohols stirbt das Tumorgewebe ab, während das umgebende Lebergewebe kaum geschädigt wird.

Quellen:
Broschüre „Leben mit neuroendokrinen Tumoren (NET)“, 2018. Herausgeber: Novartis Pharma GmbH

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https://www.leberkrebstherapie.org/wp-content/uploads/2014/07/Selektive-Interne-Radiotherapie-zur-Behandlung-von-NET.pdf
http://www.medfuehrer.de/Karzinoide-neuroendokrine-Tumoren-Behandlung-Therapie
http://www.medizinfo.de/krebs/net/therapie.shtml
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/metastasen/lebermetastasen-behandlung.php

 

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