Rehabilitationsleistungen

Träger und Leistungen

Die Rehabilitation hat zum Ziel, körperliche und psychische Folgen Ihrer NET-Erkrankung und deren Behandlung zu minimieren oder zu beseitigen. Sie soll darüber hinaus dazu beitragen, möglichen Verschlimmerungen vorzubeugen und Sie dabei unterstützen Ihren Weg in den Alltag zurück zu finden.


Die verschiedenen Sozialversicherungsträger bieten daher unterschiedliche Rehabilitationsleistungen an:

  • die medizinische Rehabilitation,
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft
  • unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen

 

Die Bewilligung der einzelnen Leistungen läuft über unterschiedliche Träger der Rehabilitation:


junger Mann, der an einem Tisch sitzt und ein Formular ausfüllt junger Mann, der an einem Tisch sitzt und ein Formular ausfüllt

So beantragen Sie die Leistungen

Fordern Sie beim jeweiligen Rehabilitationsträger die Zusendung eines Antragsvordrucks an. Bei einigen Träger können Sie diesen Antrag auch online stellen.


Gut zu wissen

Dadurch, dass die Träger für unterschiedliche Leistungen zuständig sind oder sich diese Leistungen zum Teil überschneiden, ist es manchmal schwierig, auf Anhieb den richtigen Träger zu finden. Auf der Internetseite www.teilhabeberatung.de  können Sie eine Beratungsstelle der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ in Ihrer Nähe suchen. Hier werden Sie umfassend beraten und man hilft Ihnen bei der Antragstellung.


Medizinische Rehabilitation

Die Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation werden entweder ambulant und damit wohnortnah oder stationär in einer Reha-Einrichtung erbracht. Zu den Leistungen der medizinischen Rehabilitation gehören sowohl die sogenannte Anschlussheilbehandlung als auch die onkologische Rehabilitation für Menschen mit einer Krebserkrankung.

Die Rehabilitationsmaßnahmen werden stationär oder ambulant in einer speziellen Rehabilitationsklinik bzw. Nachsorgeeinrichtung durchgeführt. Hier arbeiten unterschiedliche Fachkräfte, wie z. B. Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberater oder auch Sozialarbeiter, im Team, um die Maßnahmen möglichst nah an Ihren persönlichen Bedürfnissen ausrichten zu können.


Anschlussheilbehandlung (AHB)

Wie der Name bereits sagt, erfolgt die AHB direkt im Anschluss an Ihre Behandlung, genauer gesagt, spätestens 14 Tage nach Abschluss der Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie. Das bedeutet, dass Sie den Antrag bereits im Krankenhaus stellen sollten. Unterstützung bekommen Sie dabei durch den Sozialdienst der Klinik. Die AHB kann sowohl stationär als auch ganztägig ambulant durchgeführt werden und dauert mindestens drei Wochen. Eine Verlängerung aus medizinischen Gründen ist meist möglich.


Onkologische Rehabilitation

Diese Rehabilitationsleistung können Sie innerhalb eines Jahres nach Abschluss Ihrer Behandlung in Anspruch nehmen. In besonderen Fällen, d. h. bei erheblichen Funktionsstörungen durch die Krebserkrankung selbst oder aufgrund von Komplikationen durch die Therapie, wird diese Frist auch auf zwei Jahre verlängert. Das Ziel einer onkologischen Rehabilitation ist eine Verbesserung Ihres körperlichen und seelischen Befindens und eine Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit. Sie soll Sie dabei unterstützen, Ihr alltägliches Leben wieder zu meistern und in Ihren Beruf zurückzukehren. Rehabilitationsmaßnahmen können stationär oder ambulant durchgeführt werden und dauern im Regelfall ebenfalls drei Wochen mit Möglichkeit einer Verlängerung.


Berufliche Rehabilitation

Wenn Sie nach Abschluss der Behandlung wieder auf Ihre alte Arbeitsstelle zurückkehren möchten, bieten die Sozialversicherungsträger verschiedene „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ an. Diese Leistungen sollen dazu beitragen, Sie wieder in den beruflichen Alltag zu integrieren.

Die einzelnen Maßnahmen sind äußerst vielfältig und umfassen u. a.:

  • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes
  • Berufsvorbereitung
  • berufliche Anpassung und Weiterbildung
  • Gewährung von Gründungszuschüssen
  • medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen

 

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten im Einzelfall sollten Sie sich individuell bei dem für Sie zuständigen Integrationsamt sowie der örtlichen Agentur für Arbeit beraten und informieren lassen.

Was viele Arbeitgeber nicht wissen: unter bestimmten Voraussetzungen können auch sie nicht nur Beratungs- und Informationsangebote, sondern auch Geldleistungen wie beispielsweise Eingliederungszuschüsse von den Rehabilitationsträgern erhalten.


Das „Hamburger Modell“

Viele Menschen mit einer Krebserkrankung sehen sich nach Abschluss Ihrer Behandlung zunächst noch nicht in der Lage, sofort wieder mit voller Stundenzahl in ihren Job einzusteigen. Das „Hamburger Modell“ bietet eine stufenweise Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Dabei beginnt die wöchentliche Arbeitszeit erst mit wenigen Stunden und steigert sich allmählich auf die volle Arbeitszeit. Grundlage ist ein Wiedereingliederungsplan, der von den Ärzten der Rehabilitationseinrichtung in Abstimmung mit dem Versicherten, dem Arbeitgeber und dem behandelnden Hausarzt erarbeitet wird. In der Regel beträgt die stufenweise Wiedereingliederung vier bis acht Wochen. In dieser Zeit erhalten Sie noch kein Gehalt, sondern ein Übergangsgeld, das Ihnen vom Rehabilitationsträger gezahlt wird.


SIE WOLLEN MEHR WISSEN? ...

Umfassende Informationen finden Sie auch in dem Buch „ABC Behinderung & Beruf – Handbuch für die betriebliche Praxis“, das Sie auf der Internetseite www.integrationsaemter.de in der Infothek herunterladen können.


Quellen:
Blauer Ratgeber 40 „Wegweiser zu Sozialleistungen“, Stiftung Deutsche Krebshilfe, 4/2018
Broschüre „Wegweiser Sozialleistungen für Menschen mit Lupus erythematodes“, A. von Einem, C. Tillman, klarigo Verlag für Patientenkommunikation oHG, 2017
GlandulaNeT 15-2011, Zeitschrift des Netzwerks NeT e. V., Schwerpunkthema: Schwerbehinderung und Reha

Zuletzt besucht am 01.08.2018:
http://www.reha-servicestellen.de/
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/leben-mit-krebs/beratung-und-hilfe/krebs-ueberstanden-zurueck-in-den-beruf.html
https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/rehabilitation-nach-krebs.php