RUNDUM ABGESICHERT?!

Dem Verdacht auf eine NET-Erkrankung folgen schnell weitere diagnostische Schritte, wie z. B. bildgebende Verfahren, Labor- oder Gewebeuntersuchungen und erste Behandlungsmaßnahmen werden eingeleitet. Dass die Kosten hierfür von Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen werden, können Sie im Allgemeinen als gegeben voraussetzen. Eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse erfolgt immer dann, wenn die diagnostischen oder therapeutischen Leistungen „in Qualität und Wirksamkeit dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen und den medizinischen Fortschritt berücksichtigen“ (Fünftes Buch des Sozialgesetzbuches, SGB V, § 2, 1).

Im SGB V ist das gesamte Regelwerk zur gesetzlichen Krankenversicherung zusammengefasst. Der hier festgelegte Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) umfasst u. a. die ambulante und stationäre Behandlung, die Versorgung eines Patienten mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie die Leistungen der häuslichen Krankenpflege.

 

Was bedeutet das für Sie?

Als Versicherter der GKV sind Sie in Deutschland sehr gut abgesichert für den Fall, dass Sie stationär in einer Klinik oder ambulant bei einem Arzt behandelt werden! Nur wenn Sie sich z. B. in einer Privatklinik behandeln lassen wollen oder Therapieverfahren bzw. Medikamente anwenden möchten, die nicht im Leistungskatalog der GKV aufgeführt sind, könnte es Probleme mit der Kostenerstattung geben.

 

Gut zu wissen

Die Krankenkassen haben die Möglichkeit, über die gesetzlich vorgesehenen Leistungen hinausgehende Leistungen in ihrer Satzung festzulegen. Darunter können beispielsweise Leistungen der Osteopathie oder Homöopathie fallen. Ein Blick in die Satzung der jeweiligen Krankenkasse lohnt sich also immer.

DIE VERSORGUNG MIT ARZNEIMITTELN

Jedes verordnungsfähige Medikament, das im Leistungskatalog der GKV aufgeführt ist, wird auch von Ihrer Krankenkasse – nach Abzug Ihrer Zuzahlung – erstattet. Wurde ein Medikament noch nicht in diesem Leistungskatalog aufgenommen, besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, dieses Medikament z. B. im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie oder bei Teilnahme an einem Modellvorhaben der Krankenkasse erstattet zu bekommen.

 

Gut zu wissen

Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind (sogenannte OTC-Arzneimittel) werden in der Regel nicht von der GKV bezahlt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen jedoch, können diese von der Krankenkasse erstattet werden, wenn sie als Standardtherapie gelten. Um welche OTC-Arzneimittel es sich handelt, können Sie in der OTC-Ausnahmeliste nachlesen, die im Internet unter https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/anlage/17/ abrufbar ist.

 

DIE VERSORGUNG MIT HILFSMITTELN

Hilfsmittel sollen den Erfolg einer Behandlung sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen. Hilfsmittel sind beispielsweise Artikel zur Stomaversorgung, Perücken, Gehhilfen, Rollstühle oder Ähnliches. Ihr Arzt muss diese Hilfsmittel verordnen, damit Ihre Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt. Für Hilfsmittel müssen Sie eine Zuzahlung leisten

Leben mit NET GKV Heilmittel
istock-805089584_gradyreese

DIE VERSORGUNG MIT HEILMITTELN

Als gesetzlich Versicherter haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die Versorgung mit „Heilmitteln“. Heilmittel sind ärztlich verordnete Dienstleistungen, die einem Heilzweck dienen oder einen Heilerfolg sichern sollen, also beispielsweise die Physiotherapie oder Ergotherapie.

 

DIE HÄUSLICHE KRANKENPFLEGE

Die häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und ist unabhängig von den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Sie haben Anspruch auf die häusliche Krankenpflege, wenn

  • ein Krankenhausaufenthalt notwendig wäre, aber nicht durchführbar ist,
  • sich durch diese Maßnahme ein stationärer Aufenthalt vermeiden oder verkürzen lässt,
  • dadurch eine ambulante ärztliche Behandlung unterstützt werden kann, was zu einer Verkürzung der Behandlung und einer Verminderung des ärztlichen Aufwands führt,
  • Sie aufgrund einer schweren Krankheit oder akuten Verschlimmerung, vor allem nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung diese Unterstützung benötigen.


Die Leistungen umfassen dabei die „Grund- und Behandlungspflege“ sowie die hauswirtschaftliche Versorgung und werden in der Regel bis zu vier Wochen je Krankheitsfall gewährt. Voraussetzung ist jedoch, dass keine im Haushalt lebende Person den Kranken in dem erforderlichen Umfang pflegen kann. In Ausnahmefällen, die vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) begründet werden müssen, kann die Krankenkasse die häusliche Krankenpflege aber auch für einen längeren Zeitraum bewilligen.

 

Leben mit NET GKV Haushaltshilfe
istock-683342444_shironosov

DIE HAUSHALTSHILFE

Wenn für Sie eine Weiterführung Ihres Haushalts aufgrund einer Krankenhausbehandlung, einer ambulanten oder stationären Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme nicht möglich ist, können Sie bei Ihrer Krankenkasse die Unterstützung durch eine Haushaltshilfe beantragen. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass im Haushalt bei Leistungsbeginn ein Kind lebt, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Wenn Sie aufgrund einer schweren Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung, Ihren Haushalt nicht weiterführen können, haben Sie ebenfalls Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Es darf allerdings nicht gleichzeitig bei Ihnen eine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 vorliegen.

Der Anspruch besteht längstens für die Dauer von vier Wochen. 

SIE WOLLEN MEHR WISSEN? ...

Einen Überblick über Beratungsangebote und Broschüren zu sozialrechtlichen Fragen finden Sie unter
www.inkanet.de/hilfe/soziales/sozialrecht.

Quellen:
Blauer Ratgeber 40 „Wegweiser zu Sozialleistungen“, Stiftung Deutsche Krebshilfe, 4/2018
Broschüre „Hilfen für Arbeitnehmer in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung“, N. Bauschert, M. Welp, Ch. Vetter, Roche GmbH, 2017
Broschüre „Wegweiser Sozialleistungen für Menschen mit Lupus erythematodes“, A. von Einem, C. Tillman, klarigo Verlag für Patientenkommunikation oHG, 2017

Zuletzt besucht am 31.07.2018:
https://www.vdek.com/presse/glossar_gesundheitswesen/ambulante_versorgung.html
https://de.wikipedia.org/
www.g-ba.de/downloads/ 17-98-3382/2017-04-02_G-BA_Patienteninformation_ langfristiger%20Heilmittelbedarf_bf.pdf
https://www.g-ba.de/downloads/83-691-323/AM-RL-I-OTC-2013-06-05.pdf
https://www.deutschesarztportal.de/verordnung/verordnungsfaehige-otc-praeparate/
https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulante_leistungen/haeusliche_krankenpflege/haeusliche_krankenpflege_1.jsp
https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulante_leistungen/haushaltshilfe/haushaltshilfe.jsp
https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/gesetzliche-krankenkassen-besondere-leistungen/haushaltshilfe/

 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN: