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Warum ist Therapietreue wichtig für den Behandlungserfolg?

Der Behandlungserfolg neuroendokriner Tumoren hängt maßgeblich von der Therapietreue des Patienten ab. Dazu gehört die Einnahme von Medikamenten. Folgende Tipps können helfen, die Therapie langfristig einzuhalten.

Dank der Fortschritte in der modernen Medizin können Tumorerkrankungen heutzutage oftmals geheilt oder – falls dies nicht möglich ist – zumindest erfolgreicher behandelt werden als noch vor einigen Jahren. Somit wird aus einer unmittelbar lebensbedrohlichen Krankheit immer häufiger eine chronische. Für Patienten mit einem neuroendokrinen Tumor (NET) ergeben sich daraus Chancen, aber auch gewisse Pflichten, denn sie müssen sich auf eine langwierige und mitunter lebenslange Therapie einstellen, an der sie mitwirken.

Die Motivation vieler chronisch kranker Patienten, ihre Therapie einzuhalten, lässt jedoch häufig im Laufe der Zeit nach. So befolgen nur etwa 50 % aller Langzeittherapie-Patienten konsequent die Anweisungen ihres Arztes. [4] Für den Behandlungserfolg ist das jedoch von großer Bedeutung.

Patient und Arzt – ein starkes Team?

Als Therapietreue oder Compliance (engl. Befolgung, Einhaltung) bezeichnet man die Bereitschaft eines Patienten, mit dem medizinischen Fachpersonal (Ärzte, Pflegekräfte) zusammenzuarbeiten und an therapeutischen Maßnahmen teilzunehmen. [5, 6] Zu diesen Maßnahmen zählt nicht nur die Einnahme von Medikamenten. Um den Behandlungserfolg zu fördern bzw. eine Veränderung der Krankheit möglichst frühzeitig zu erkennen, ist insbesondere auch das Einhalten regelmäßiger Nachsorgeuntersuchungen erforderlich. Ernährungspläne sowie die Anpassung des Lebensstils (z. B. mehr Bewegung, Einschränkung des Alkoholkonsums, Raucherentwöhnung) sind weitere wichtige therapeutische Maßnahmen. [4]

Das heutige Verständnis von Therapietreue geht jedoch über das passive Befolgen von ärztlichen Anweisungen hinaus: Der neuere Begriff Adhärenz (engl. ad-herence = Befolgen, Festhalten) steht für die aktive, bewusste Einhaltung der gemeinsam vom Patienten und dem Arzt gesetzten Therapieziele. Wenn beide Parteien hinter der Therapieentscheidung stehen, liegen das Einhalten des Therapieplans und damit auch der mögliche Therapieerfolg in der gemeinsamen Verantwortung.

Warum sind gute Informationen so wichtig?

Für Sie als Patient bedeutet Therapietreue, aktiv an der Behandlung mitzuwirken, d. h. natürlich auch, die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen einzuhalten. Dazu ist es erforderlich, dass Sie gut informiert sind und die Empfehlungen Ihres Arztes verstehen und anwenden können. [2, 6]

Mangelt es an Informationen, ist eine aktive Mitarbeit nicht möglich und die Gefahr steigt, dass Therapieziele nicht eingehalten werden. Dies wiederum kann Ihren Behandlungserfolg beeinträchtigen. [2, 3, 6]

Um einen optimalen Informationsaustausch gewährleisten zu können, ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu den behandelnden Ärzten aufzubauen. Prüfen Sie daher, ob Sie sich gut betreut fühlen, ob Sie Ihre Fragen und Bedenken frei äußern können und darin ernst genommen werden. [8]

Warum Medikamente auch bei Nebenwirkungen nicht eigenständig absetzen?

Wenn Sie Medikamente benötigen, ist es wichtig zu wissen, dass diese nur dann ihre volle Wirkung entfalten können, wenn Sie sie regelmäßig und wie verordnet einnehmen. Der Grund: Medikamente wirken nur dann, wenn ein bestimmter Wirkstoffpegel im Blut aufrechterhalten wird. Somit ist die korrekte Einnahme der Medikamente eine Voraussetzung für einen bestmöglichen Behandlungserfolg. [7]

Die Gründe, weshalb ein Patient sich nicht an den Therapieplan hält bzw. die Medikamente nicht wie verordnet einnimmt, sind vielfältig. Ein häufiger Grund sind auftretende Nebenwirkungen. Diese führen sogar oft dazu, dass die Medikamente ganz abgesetzt werden. [7]

Nebenwirkungen lassen sich jedoch häufig behandeln (z. B. mit Medikamenten gegen Übelkeit oder Schmerzen). Treten Nebenwirkungen auf, setzen Sie die Medikamente daher nicht selbstständig ab, sondern sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt. Ein eigenständiges Absetzen könnte den Behandlungserfolg negativ beeinflussen. [7]

Was kann ich tun, um meine Medikamente nicht zu vergessen?

Gerade wenn man mehrere Medikamente über den Tag verteilt einnehmen muss, kann die Unsicherheit auftreten: „Habe ich das Medikament schon genommen oder nicht?“ Auch für Patienten mit einem wenig strukturierten Tagesablauf kann eine regelmäßige Einnahme schwierig sein.

Folgende Maßnahmen können Ihnen helfen, die Einnahme der Medikamente nicht zu vergessen bzw. nicht durcheinander zu kommen:

  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt ein für Sie günstiges Therapieschema
  • Koppeln Sie die Einnahme mit der alltäglichen Routine (z. B. Zähneputzen)
  • Verwenden Sie eine Pillenbox mit abgetrennten Medikamentenfächern [1, 2]
  • Stellen Sie sich den Wecker/das Handy für Ihre Medikamenteneinnahme

Wie kann ich am Ball bleiben?

Um den neuroendokrinen Tumor erfolgreich behandeln zu können, ist Ihre aktive Mitarbeit unter Umständen über eine lange Zeit erforderlich. [2, 3] Dass man nicht zu jedem Zeitpunkt hochmotiviert sein kann, ist menschlich. [1] Sie können aber einiges tun, um Ihre Motivation zur Therapietreue zu unterstützen.

Wichtig ist, dass Sie den Nutzen der Therapie nachvollziehen können.

  • Informieren Sie sich deshalb über das Krankheitsbild neuroendokriner Tumoren
  • Besprechen Sie den Behandlungsplan mit Ihrem Arzt, bis Sie den Nutzen verstanden haben
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas wissen wollen oder nicht verstehen
  • Nehmen Sie gegebenenfalls an Schulungen zum Thema neuroendokrine Tumoren teil

Manchen Patienten hilft es, mit anderen Betroffenen (z. B. in einer Selbsthilfegruppe) zu sprechen und zu erfahren, wie sie mit ihrer Erkrankung umgehen. Zudem kann es hilfreich sein, sich Unterstützung aus der Familie oder von Freunden zu holen. Auch ein Patiententagebuch kann Sie dazu motivieren, Ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen. Denn darin trägt der Patient regelmäßig unter anderem seine Medikation und die Therapieerfolge ein. [1, 2, 7]

Überlegen Sie sich, mit welchen weiteren Methoden Sie sich selbst motivieren können. Dies kann individuell unterschiedlich sein. Einige Patienten motivieren sich zum Beispiel, indem sie sich für die Einhaltung bestimmter Therapievorgaben belohnen (z. B. mit einem neuen Kleidungsstück, einem Kurzurlaub oder einem guten Essen).

Quellen/Literatur: 

[1] Fülgraff, G. et al.: Pharmakotherapie: Klinische Pharmakologie. Springer Verlag. 14. Auflage 2010 [2] Ehlert, U.: Verhaltensmedizin. Springer Verlag. 1. Auflage 2003 [3] Simons, S. et al: Non-Compliance - Therapietreue dauerhaft verbessern. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4148&no_cache=1&sword_list[0]=noncompliance Stand: 2007 (zuletzt besucht am 11.06.2013)) [4] World Health Organization (WHO): Adherence to long-term therapies. Evidence for action. WHO 2003 http://www.who.int/chp/knowledge/publications/adherence_introduction.pdf (zuletzt besucht am 11.06.2013) [5] Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter. 263. Auflage 2012 [6] Der Brockhaus: Gesundheit. Brockhaus in der Wissenmedia. 8. Auflage 2010 [7] Faller, H. et al.: Medizinische Psychologie und Soziologie. Springer Verlag. 3. Auflage 2010 [8] http://www.patienten-information.de/arztcheckliste (zuletzt gesichtet am 11.06.2013)

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