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Erschienen am: 26.06.2013

Nebenwirkungen – wie kommt es dazu und was kann man dagegen tun?

Zur Therapie neuroendokriner Tumoren (NET) gibt es wirkungsvolle Medikamente. Obwohl diese in der Regel recht gut verträglich sind, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Dann ist es wichtig, dass Patient und Arzt gemeinsam eine Lösung finden.

Zur Behandlung neuroendokriner Tumoren (NET) werden überwiegend Medikamente eingesetzt, die direkt an der Krebszelle wirken (zielgerichtete Therapie = targeted therapy).
Hier kommen je nach Art des neuroendokrinen Tumors verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz:

  • Somatostatinanaloga:
    können die Hormonbildung in funktionell aktiven NET und das Tumorwachstum hemmen.
  • Tyrosinkinasehemmer:
    blockieren einen Signalweg, der die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) in der Umgebung des Tumors anregt.
  • mTor-Inhibitoren:
    blockieren Signalwege in der Tumorzelle, die für Wachstum und Vermehrung zuständig sind und hemmen darüber hinaus das Wachstum von Blutgefäßen im Tumorbereich.

Diese Medikamente sind in der Regel recht gut verträglich.

Bei neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse ist neben zielgerichteten Therapien auch die zytostatische Therapie (Chemotherapie) fester Bestandteil des Behandlungskonzepts.

Wirksamkeit und Nebenwirkungen – zwei Seiten einer Medaille?

„Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkungen hat, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung besitzt.“ [2] Dieser Satz, ausgesprochen von dem deutschen Pharmakologen Gustav Kuschinsky (1904 - 1992), lässt sich auch umgekehrt verstehen: Es ist schwer vorstellbar, dass Medikamente, die gegen so schwere Störungen der Körperfunktion wie eine Krebserkrankung wirken, keine Nebenwirkungen haben.

Gängige Therapien, die zur Behandlung von bösartigen Tumoren eingesetzt werden wie
z. B. Chemotherapie, entfalten ihre Wirkung an allen Zellen des Körpers – an Krebszellen, aber auch an gesunden Körperzellen. Dies führt u. U. zu ausgeprägten Nebenwirkungen. Zielgerichtete Therapien wirken hingegen direkt an Zellen im Tumorbereich. Dennoch beeinflussen auch sie andere Stoffwechselvorgänge und Gewebe des Körpers – und können so neben ihrer Hauptwirkung Nebenwirkungen haben.

Begriffsdefinition: Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind Wirkungen eines Arzneimittels, die neben der beabsichtigten Hauptwirkung auftreten. Obwohl in der Regel von schädlichen oder unerwünschten Nebenwirkungen gesprochen wird, können durchaus auch positive Begleiteffekte bei der Anwendung eines Arzneimittels auftreten. Abgegrenzt werden muss der Begriff der Wechselwirkungen, die dann auftreten, wenn sich die Inhaltsstoffe mehrerer gleichzeitig eingenommener Arznei-oder Lebensmittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen. [1]

Können Nebenwirkungen wirkungsvoll behandelt werden?

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, sollten Sie Ihren Arzt so bald wie möglich darüber in Kenntnis setzen – auch dann, wenn diese eher milde sind, Sie aber in Ihrem Alltag beeinträchtigen. Zunächst sollte geklärt werden, ob es sich dabei tatsächlich um Nebenwirkungen der Medikamente oder um Beschwerden handelt, die durch die Krankheit selbst bedingt sind. Beides kann in vielen Fällen effektiv behandelt werden. Deshalb sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Er entscheidet dann gemeinsam mit Ihnen über das weitere Vorgehen.

Bis dahin sollten Sie die Behandlung aber zunächst wie mit Ihrem Arzt vereinbart weiterführen. Denn die Therapietreue spielt bei der Behandlung von NET eine sehr wichtige Rolle. Wird die Medikamenteneinnahme unterbrochen oder die Dosis selbständig verändert, kann der Erfolg der Krebstherapie gefährdet sein.

Was bedeutet Therapietreue?

Therapietreue (oder englisch „Compliance“ bzw. „Adherence“) bezeichnet die Bereitschaft des Patienten, die ärztlichen Ratschläge und Anweisungen zur Einnahme des Medikaments zu befolgen. Eine hohe Therapietreue hat z. B. derjenige Patient, der die Medikamente konsequent und wie vom Arzt verordnet einnimmt.

Die Gründe für eine mangelnde Therapietreue können vielfältig sein. Eine Ursache kann sein, dass dem Patienten nicht klar ist, warum er das Medikament einnehmen soll, wie es wirkt und welche Nebenwirkungen er zu erwarten hat. Weiterhin kann ein Grund sein, dass die Beschwerden unter der Behandlung nachlassen, im Gegenzug aber unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Dies kann dazu führen, dass Patienten die Einnahme der Medikamente eigenmächtig verändern oder sogar ganz beenden. Der Abbruch der Therapie kann sich jedoch negativ auf das Krankheitsgeschehen auswirken. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor fortschreitet und sich weiter im Körper ausbreitet, nimmt zu.

Quellen:
[1] Homepage Doccheck Flexikon: http://flexikon.doccheck.com/Nebenwirkung (zuletzt besucht am 15.12.2011)
[2] Homepage Netdoktor: http://www.netdoktor.at/health_center/impfen/reaktionen.shtml (zuletzt besucht am 15.12.2011)
Erstellt am: 15.12.2011
Autor: Michaela Spaeth-Dierl