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Mein Kollege hat NET – wie gehe ich damit um?

Wenn Sie noch nie mit Krebs konfrontiert waren, sind Sie eventuell unsicher, wie Sie auf die Erkrankung eines Kollegen reagieren sollen. Was Sie für ihn tun können, wird anhand eines Beispiels eines Patienten mit Neuroendokrin­em Tumor (NET) erzählt.

Manche Menschen sind verlegen oder überfordert, sodass sie gar nichts sagen oder tun, wenn sie von der Krebserkrankung eines Kollegen erfahren. Es ist nur natürlich, wenn Sie sich unwohl fühlen, schließlich ist Krebs ein Ausnahmezustand für die Betroffenen, aber auch für Angehörige, Freunde und für Sie als Kollegen. Vielleicht wissen Sie nicht, wie Sie sich verhalten sollen? Oder Sie denken, es gäbe bestimmte Dinge, die man tun oder sagen sollte, die es der erkrankten Person leichter machen würden.

Aber es gibt keine Verhaltensregeln und keine „Zauberformel“, die für jeden Menschen in jeder Situation passend wären und an die man sich halten könnte. Es ist auch nicht so wichtig, was Sie sagen, viel wichtiger ist, dass Sie bereit sind zuzuhören.

Wie kann ich richtig zuhören?

Gespräche sind die effektivste Form der Verständigung, denn schon alleine über ein Problem zu sprechen, kann eine große Erleichterung bedeuten. Es kann für Ihren Kollegen bereits eine große Hilfe sein, wenn er die Möglichkeit hat, seine Sorgen und Nöte mitzuteilen.

Aktives Zuhören ist die beste Unterstützung für Ihren Kollegen. Wenn Sie die Grundprinzipien des aktiven Zuhörens berücksichtigen, können Sie herausfinden, was Ihr Kollege wirklich braucht. Konzentrieren Sie sich darauf, was er tatsächlich sagt. Sehen Sie ihn an, versuchen Sie nachzufühlen, was er berichtet und spekulieren Sie nicht, was er gemeint haben könnte. Sie können das Gesagte in eigene Worte fassen und sich so versichern, dass Sie die Informationen Ihres Kollegen richtig erfasst haben. Und Sie müssen nicht sofort Lösungen anbieten oder aktiv werden, es genügt, wenn Sie zuhören.

Wie kann ich die Bedürfnisse meines Kollegen respektieren?

Hat Sie Ihr Kollege selbst über seine Erkrankung informiert, so können Sie ihm Ihre Hilfe anbieten. Fragen Sie ihn, ob er überhaupt über seine Krankheit sprechen möchte. Denn für manche Menschen mag es die bessere Strategie sein, die Erkrankung in den Hintergrund zu rücken. Dadurch kann der Lebensbereich Arbeit so normal wie möglich bleiben.

Respektieren Sie also das Bedürfnis Ihres Kollegen nach Privatsphäre und behandeln Sie seine Informationen vertraulich. Das bedeutet jedoch nicht, alle Gespräche zu unterbrechen, wenn Ihr Kollege den Raum betritt. Andererseits sollten Sie Sympathiebekundungen nicht plötzlich übertreiben, wenn Sie bisher kein besonde­rs enges Verhältnis hatten. Bleiben Sie einfach „hellhörig“ und zeigen Sie Bereitschaft für ein Gespräch, ohne sich aufzudrängen.

Wie kann ich Wertschätzung zeigen?

Die meisten Menschen empfinden es als persönliche Wertschätzung trotz der Krankheit zum Arbeitsteam zu gehören. Deshalb kann es für Ihren Kollegen ein gutes Gefühl sein, wenn er zu Unternehmungen oder Feiern seiner Arbeitsstelle auch dann eingeladen wird, wenn er aufgrund seiner Krankheit nicht teilnehmen kann.

Es ist für Ihren Kollegen möglicherweise auch hilfreich, wenn Sie den Kontakt während seines Krankenhausaufenthaltes – oder in Phasen, in denen er nicht in der Lage ist zu arbeiten – weiterhin aufrechterhalten. Sie müssen dabei keine aktiven Dienste übernehmen oder Leistungen erbringen, es genügt, wenn Sie Präsenz zeigen.

Quellen/Literatur: 

http://www.macmillan.org.uk/Cancerinformation/Livingwithandaftercancer/Workandcancer/Supportforemployees/Workcancer/Workcancer.aspx (zuletzt besucht am 11.04.13)

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