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Nach der Darmoperation – was ist bei der Ernährung zu beachten?

Werden zur Therapie von NET Anteile des Darms operativ entfernt, kann dies zur Einschränkung der Verdauungsfunktion führen. Der Artikel beleuchtet einige häufige Veränderungen und gibt Tipps zur Ernährungsanpassung.

Neuroendokrin­e Tumor­en (NET) können in fast allen Organen des Körpers vorkommen, am häufigsten treten sie jedoch im Magen-Darm-Trakt auf. Etwa zwei Drittel befinden sich im Bereich des Dünn- und Dickdarms. Nach der Diagnose besteht das Therapieziel in der Regel darin, den Tumor durch eine Operation zu entfernen und die Erkrankung dadurch zu heilen. Doch auch in Fällen, in denen keine Heilung erreicht werden kann, können durch die Entfernung des Tumors die Beschwerden meist gelindert werden. [2]

Abhängig von Lage, Größe und Art des Tumors werden Teile des Dünn- oder Dickdarms entfernt. Da die verschiedenen Abschnitte des Darms (siehe Abb. 1) unterschiedliche Aufgaben haben, können die Beeinträchtigungen durch die Operation stark variieren. Es spielt außerdem eine Rolle, wie lang das entfernte Darmstück ist.

Was versteht man unter dem Kurzdarmsyndrom?

Der Dünndarm gliedert sich in vier Anteile: [4]

  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)
  • Illeozökalklappe (Übergang zum Dickdarm)

Im Dünndarm erfolgt vor allem die Aufnahme von Nährstoffen. Werden mehr als 100 cm des Dünndarms entfernt, kommt es zum so genannten Kurzdarmsyndrom. Zu den Symptom­en des Kurzdarmsyndrom­s gehören z. B.:

  • massive Durchfälle
  • eingeschränkte Fettverdauung mit vermehrter Ausscheidung von Fett (Fettstuhl = Steatorrhoe)
  • Mangelversorgung mit Flüssigkeit und Nährstoffen wie z. B. Eiweiß, Fett, Kalzium, Magnesium, Vitamine
  • Gewichtsverlust

In der ersten Zeit nach der Operation stehen vor allem der Flüssigkeitsverlust und die mangelnde Nähstoffaufnahme im Vordergrund. Diese können den Patienten stark beeinträchtigen. Doch mit der Zeit können die verbliebenen Darmabschnitte einen Teil der Aufgaben des entfernten übernehmen. Dies kann zu einem deutlichen Rückgang der Durchfälle und Fettstühle führen.[4]

Wie ernähre ich mich beim Kurzdarmsyndrom?

Um die Beschwerden beim Kurzdarmsyndrom zu lindern und Mangelzustände zu vermeiden, ist eine individuelle, durch den Arzt oder Diätassistenten verordnete Ernährungstherapie erforderlich. Folgende Tipps können eventuell hilfreich sein.
Besprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt, ob diese Hinweise für Sie geeignet sind.

  • Bevorzugen Sie kalorienreiche, leicht verdauliche Nahrungsmittel
  • Verwenden Sie bei ausgeprägten Fettstühlen MCT-Fette statt normaler Fette. MCT-Fette können vom Darm leichter aufgenommen werden.
  • Trinken Sie nicht zum Essen, sonde­rn zwischen den Mahlzeiten
  • Nehmen Sie 6-8 kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich

Wie ernähre ich mich wenn Dickdarmanteile entfernt wurden?

Im Dickdarm findet im Wesentlichen die Eindickung des Nahrungsbreis durch die Wiederaufnahme von Wasser statt. Eine Entfernung von Anteilen des Dickdarms führt also vor allem zu Durchfällen mit u. U. massivem Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen.
Oft muss nach der Darmoperation (vorübergehend) ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt werden. Auch hier kann eine besonde­re Ernährung die Beschwerden eventuell lindern.

  • Bevorzugen Sie leicht verdauliche Speisen
  • Verzichten Sie auf blähende Nahrungsmittel, sehr scharfe Gewürze und Alkohol
  • Nehmen Sie bei sehr weichen Stühlen Nahrungsmitteln zu sich, die Wasser binden wie
    z. B. Bananen, geriebener Apfel, Reis, Kartoffeln, Haferflocken.

Besprechen Sie immer individuell mit Ihrem Arzt, ob diese Hinweise für Sie geeignet sind.

In nahezu einem Drittel der Fälle befinden sich NET im Wurmfortsatz (Appendix), der umgangssprachlich, aber ungenau, als „Blinddarm“ bezeichnet wird (siehe auch Abb. 1). Zum Teil werden sie dort als Zufallsbefund entdeckt, wenn der Wurmfortsatz aufgrund einer Entzündung entfernt wird. Eine Entfernung des Wurmfortsatzes hat in der Regel keinen Einfluss auf die Verdauung.

Was tut mir gut?

Um nach und nach herauszufinden, was Ihnen gut bekommt und was weniger gut, kann es Ihnen vielleicht helfen, eine Art „Tagebuch“ zu führen. Hier können Sie eintragen, was Sie gegessen haben und ob, und wenn ja, welche Beschwerden aufgetreten sind.

Quellen/Literatur: 
[1] Broschüre Ernährungstipps für Patienten mit neuroendokrinen Tumoren, the NET Alliance, 2010
[2] Patientenbroschüre Neuroendokrine Tumoren von Novartis, 2006
[3] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/ernaehrung.php (zuletzt gesichtet am 19.04.11)
[4] http://www.kurzdarmsyndrom-und-ernaehrung.de/patienten/krankheitsentwicklung.html (zuletzt gesichtet am 19.04.2011)
[5] http://www.navigator-medizin.de/darmkrebs/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-darmkrebs/operation/nach-der-operation.html (zuletzt gesichtet am 19.04.2011)
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