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Nach der Bauchspeicheldrüsenoperation – was ist bei der Ernährung zu beachten?

Werden zur Therapie von NET Teile der Bauchspeicheldrüse operativ entfernt, kann dies wichtige Stoffwechselfunktionen beeinträchtigen. Der Artikel beleuchtet einige häufige Veränderungen und gibt Tipps zur Ernährungsanpassung.

Neuroendokrin­e Tumor­en (NET) können in fast allen Organen des Körpers vorkommen, am häufigsten treten sie jedoch im Magen-Darm-Trakt auf. Sie werden deshalb auch als GEP-NET bezeichnet. Die Abkürzung GEP steht für

  • Gastro = Magen
  • Entero = Darm
  • Pankreatisch = Bauchspeicheldrüse

Etwa 1 % der GEP-NET befindet sich in der Bauchspeicheldrüse.[1]

Welche Aufgaben hat die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse – in der medizinischen Fachsprache das Pankreas – liegt im Oberbauch zwischen Magen und Wirbelsäule. Anatomisch unterscheidet man Pankreaskopf, -körper und -schwanz (siehe Abb. 1). Die Bauchspeicheldrüse bildet verschiedene Eiweißstoffe (Enzyme) und Hormone, die eine wichtige Funktion bei der Verdauung und beim Zuckerstoffwechsel haben. Die Verdauungsenzym­e gelangen über zwei Ausführungsgänge in den Zwölffingerdarm und spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung, so dass diese vom Körper verwertet werden können. In bestimmten Zellen des Pankreas werden die Hormone Insulin und Glukagon gebildet, die als Gegenspieler bei der Regulation des Blutzuckerspiegels wirken.

Warum eine Operation?

Wenn möglich werden NET der Bauchspeicheldrüse operativ entfernt. Denn nur dadurch kann die Erkrankung geheilt werden. Doch auch in Fällen, in denen keine Heilung erreicht werden kann, können durch die Entfernung des Tumor­s die Beschwerden meist gelindert werden.

Je nachdem wo an der Bauchspeicheldrüse sich der Tumor befindet und wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist, werden Zwölffingerdarm, die Gallenblase mit Gallengang sowie unter Umständen ein Teil des Magens eventuell mit entfernt.[2,3]

Was sind die Folgen der Operation?

Die Entfernung von Anteilen der Bauchspeicheldrüse und anderen Verdauungsorganen führt zu Einschränkungen bei Verdauung und Stoffwechsel. Es fehlen Verdauungsenzym­e; die Hormon­e, die den Blutzuckerspiegel regulieren, können u. U. nur noch ungenügend gebildet werden. Hinzu können Einschränkungen bei der Verdauung kommen, die durch die Entfernung von Magen- oder Darmanteilen entstehen.

All dies erfordert eine Anpassung der Ernährung bzw. der Ernährungsgewohnheiten. Im Folgenden soll auf einige besonde­rs häufig auftretende Veränderungen nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation eingegangen und Tipps zur Abhilfe gegeben werden.

Besprechen Sie diese Hinweise jedoch zuvor mit Ihrem Arzt, ob sie in Ihrem Fall geeignet sind und nehmen Sie ggf. eine Ernährungsberatung in Anspruch.

Wie ernähre ich mich nach der Operation?

In vielen Fällen kann dann eine Anpassung der Ernährung Linderung verschaffen. Vielleicht sind folgende Tipps hilfreich für Sie:

  • Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich und bevorzugen Sie langsam verfügbare Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten und Gemüse, um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Energieversorgung, damit es nicht zu einem zu starken Gewichtsverlust kommt.
  • Vermeiden Sie jedoch sehr fette oder süße Speisen und Alkohol. Bevorzugen Sie magere Fleisch-, Fisch- und Käsesorten.
  • Der Hauptenergieträger Fett wird aufgrund des Mangels an Verdauungsenzym­en häufig schlecht vertragen. U.U. hilft es Ihnen einen Teil der Nahrungsfette durch so genannte MCT-Fette zu ersetzen, die leichter verdaulich sind.
  • Die gestörte Fettverdauung führt auch dazu, dass fettlöslichen Vitamine (A,D,E,K ) schlechter aufgenommen werden. Ihr Arzt kann Ihnen evtl. Vitaminspritzen verabreichen, falls ein Mangel bei Ihnen vorliegt.
  • Die fehlenden Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse können durch ein Enzym­präparat ersetzt werden. Nehmen Sie das Präparat mit den Mahlzeiten ein, damit sich die Enzym­e mit der Nahrung mischen können.
Quellen/Literatur: 

[1] Plöckinger: Neuroendokrine gastrointestinale Tumoren, Uni-med Science Verlag, 1. Auflage, 2007 [2] The NET Alliance: Ernährungs-Tipps für Patienten mit neuroendokrinen Tumoren, 1. Auflage, 2010 [3] http://www.prodiaet-server.de/site/indikationen.php?id=2435

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