Für nahezu alle Krebserkrankungen wurden mittlerweile Leitlinien zu Diagnostik und Therapie von unterschiedlich zusammengesetzten Expertengremien entwickelt. Diese Leitlinien sollen sowohl Ärzte als auch Patienten in ihrer Entscheidungsfindung für eine angemessene Versorgung der jeweiligen Erkrankung unterstützen.

Für die Diagnostik und Therapie neuroendokriner Tumore wurde 2018 unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die „S2k-Leitlinie Neuroendokrine Tumore“ veröffentlicht. Ein Kapitel widmet sich dabei auch dem Thema „Nachsorge und Verlaufskontrolle“.

Wir haben für Sie einige der für Sie relevanten Empfehlungen zusammengefasst.

 

VERLAUFSKONTROLLE NACH VOLLSTÄNDIGER ENTFERNUNG DES TUMORS 

​Auch, wenn der neuroendokrine Tumor vollständig entfernt werden konnte (R0-Resektion) und keine Metastasierung nachgewiesen wurde, empfiehlt das Gremium eine Nachsorge bei allen NET. Nur bei R0-Resektion eines NET des Blinddarms (kleiner 1 cm, pT1, ohne Risikofaktoren) kann auf eine besondere Tumornachsorge verzichtet werden. (Empfehlungen 2.66 und 2.67)

Nach R0-Resektion kann das als Chromogranin A allgemeiner neuroendokriner Tumormarker in der Nachsorge bestimmt werden. (Empfehlung 2.68)

​Als bildgebende Verfahren in der Verlaufskontrolle sollen mindestens eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. Bei bestimmten NET ist auch ein endoskopisches Verfahren möglich. In größeren Intervallen auch eine Somatostatin-Rezeptor-Bildgebung, optimalerweise über ein PET-CT. (Empfehlung 2.69)

Leben mit NET Leitlinienempfehlungen
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VERLAUFSKONTROLLE BEI METASTASEN

Patienten, deren Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte oder bei denen Metastasen nachgewiesen wurden, sollten dauerhaft und regelmäßig Verlaufskontrollen durchführen lassen. Die dabei eingesetzten Untersuchungsmethoden sind nahezu identisch mit denen, die nach einer kompletten Resektion des Tumors eingesetzt werden. Die Wahl der Methode und die jeweilig geforderten Zeitintervalle sind jedoch stark an der Art des Tumors, dem Fortschreiten der Erkrankung, der körperlichen Verfassung des Patienten, seiner Therapie und dem therapeutischen Ansprechen ausgerichtet.

Gut zu wissen

Weitere Informationen können Sie in der aktuellen Leitlinie nachlesen, die Sie im Internet unter www.awmf.org herunterladen können, wenn Sie in „Leitlinien-Suche“ den Begriff „neuroendokrine Tumore“ eingeben.

Quellen:
S2k-Leitlinie Neuroendokrine Tumore… Z Gastroenterol 2018; 56: 583–681

Zuletzt besucht am 05.07.2018:
https://www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk/einfuehrung.html
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0604-2924.pdf

 

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