Karzinoidsyndrom

Das Karzinoid-Syndrom macht sich bei bis zu einem Drittel der NET-Patienten bemerkbar. Meist entsteht es durch Tumoren im Dünndarm und Blinddarm. Die Tumoren setzen verschiedene Botenstoffe wie z. B. Serotonin, Dopamin, Bradykinin oder Histamin frei.

Die Diagnose eines Karzinoidsyndroms wird häufig dadurch erschwert, dass die im Übermaß gebildeten Botenstoffe lange Zeit durch die Leber abgebaut werden. Symptome werden unter Umständen gar nicht oder nur sehr selten bemerkt. Erst wenn Metastasen in der Leber zu Gewebeschäden geführt haben, kann das Organ den Überschuss an Botenstoffen nicht mehr abbauen. Dann treten die typischen Symptome des Karzinoid-Syndroms in Erscheinung.


junger Mann hält sich mit beiden Händen den Bauch vor Schmerzen junger Mann hält sich mit beiden Händen den Bauch vor Schmerzen

Symptome sind z. B.:

  • häufig: wässrige Durchfälle, meist begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen
  • häufig: anfallsartige Hautrötungen im Gesicht und am Hals, gelegentlich auch am Oberkörper (Flush), einhergehend mit Herzklopfen und Schweißausbrüchen
  • selten: asthmaähnliche Zustände mit Luftnot
  • als Spätfolge der Erkrankung: Hedinger-Syndrom, d. h. Herzbeschwerden durch Veränderungen an den Herzklappen und der Herzinnenwand

Gut zu wissen

Beim Hedinger-Syndrom werden stellenweise Herzzellen durch faseriges Bindegewebe ersetzt. Durch die Verfaserung verhärtet das betroffene Gewebe, und das Herz kann seine Muskelfunktion als „Blutpumpe“ nicht mehr richtig erfüllen. Als Ursache dieser Veränderungen wird der durch ein Karzinoid-Syndrom erhöhte Serotoninspiegel im Blut vermutet.


Quellen:
Broschüre „Leben mit neuroendokrinen Tumoren (NET)“, 2018. Herausgeber: Novartis Pharma GmbH
Zuletzt besucht am 18.06.2018:
http://www.glandula-net-online.de/cms/front_content.php?idcat=75
http://flexikon.doccheck.com/de/Karzinoidsyndrom