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NET des Magen-Darm-Trakts

In den unterschiedlichen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts finden sich verschiedene Arten von neuroendokrin­en Tumor­en (NET) in unterschiedlicher Häufigkeit.

NET können im Körper prinzipiell überall dort auftreten, wo neuroendokrin­es Gewebe vorkommt. Am häufigsten kommen sie jedoch in den verschiedenen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts, in der Bauchspeicheldrüse und in der Lunge vor. In der medizinischen Fachliteratur werden häufig NET in Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse unter dem Begriff GEP-NET zusammengefasst und von NET der Lunge (lungenNET) unterschieden.

Die drei Buchstaben GEP stehen für:

  • Gaster = Magen
  • Enteron = Darm
  • Pankreas = Bauchspeicheldrüse


Da es für NET der Bauchspeicheldrüse und NET des Magens bzw. des Darms jedoch unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt, soll im Folgenden nur von NET des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale NET = GI-NET) die Rede sein.

Am häufigsten kommen NET des Magen-Darm-Trakts in den unteren Abschnitten des Dünndarms und am Übergang zum Dickdarm vor (unteres Jejunum und Ileum). In absteigender Häufigkeit befinden sie sich darüber hinaus im Zwölffingerdarm (Duodenum), im Wurmfortsatz (Appendix), im Dickdarm (Kolon und Rektum), in den oberen Abschnitten des Dünndarms (oberes Jejunum) und im  Magen.

NET des Magens und Zwölffingerdarms

Bei NET des Magens unterscheidet man vier verschiedene Typen, je nachdem von welcher Art neuroendokrin­er Zellen der Tumor ausgeht. Z. T. treten mehrere kleine Tumoren auf, z. T. einzelne größere. Auch im Rahmen eines MEN1-Syndrom­s treten NET im Magen auf. Der Zwölffingerdarm (Duodenum) ist der Abschnitt des Dünndarms, der sich direkt an den Magen anschließt. Im Zwölffingerdarm finden sich ebenfalls verschiedene Typen von NET, die vor allem danach unterschieden werden, welche Hormone sie produzieren. Der häufigste NET des Zwölffingerdarms ist das Gastrin­om, gefolgt vom Somatostatin­om und anderen, funktionell inaktiven NET.

NET des Dünndarms

NET des Dünndarms treten vor allem in den unteren Abschnitten (Ileum) am Übergang zum Dickdarm auf. Meist liegen mehrere Tumoren vor. Typisch für Tumoren des Dünndarms ist die Bildung von Serotonin. Dies kann, wenn sich bereits Absiedelungen (Metastase­n) in der Leber gebildet haben, zum sogenannten Karzinoid-Syndrom führen.

NET in Dickdarm und Wurmfortsatz

Bei NET des Dickdarms unterscheidet man solche, die sich in den oberen und mittleren Abschnitten (Kolon) befinden von solchen, die sich im Endteil des Dickdarms (Rektum) befinden. Erstere sind sehr selten und prognostisch ungünstiger als NET des Rektums.
Im Wurmfortsatz (Appendix) kommen NET relativ häufig vor. Oft werden sie zufällig im Rahmen einer „Blinddarmoperation“ entdeckt.

Quellen/Literatur: 

Plöckinger, Ursula: Neuroendokrine gastrointestinale Tumoren. Uni-Med Science Verlag, 1. Auflage, 2007

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