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Funktionell inaktive neuroendokrine Tumoren (NET)

Der Begriff neuroendokrin­e Tumor­en (NET) bezeichnet  eine Gruppe von Tumor­en, die sich aus sogenannten neuroendokrin­en Zellen entwickeln. Diese Zellen befinden sich in vielen Organen des Magen-Darm-Trakts, in der Bauchspeicheldrüse und in der Lunge. „Neuroendokrin" bedeutet, dass diese Zellen ähnliche Merkmale wie Nervenzellen aufweisen(neuro-) und außerdem  in der Lage sind, Hormone zu bilden und in die Blutbahn abzugeben (endokrin). Aber nicht alle NET tun dies.

Was heißt funktionell aktiv bzw. inaktiv?

Nur etwa ein Drittel aller NET sind funktionell aktiv.  Funktionell aktiv heißt, dass der Tumor ­erstens Hormon­e bildet, zweitens sie in die Blutbahn abgibt und dies – drittens – Beschwerden verursacht. Die häufigeren funktionell inaktiven NET können zwar durchaus auch Hormon­e bilden, geben diese jedoch entweder nicht in relevanten Mengen an das Blut ab oder aber es handelt sich um Stoffe, die im Körper keine krankmachende Wirkung entfalten. Doch auch funktionell inaktive NET können Beschwerden verursachen.

Wie machen sich funktionell inaktive NET bemerkbar?

Gerade funktionell inaktive Tumor­en, die – im Gegensatz zu vielen funktionell aktiven NET – erst spät Beschwerden machen, werden häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung diagnostiziert. Der wachsende Tumor kann Druck auf umliegendes Gewebe ausüben oder das betroffene Organ in seiner Funktion einschränken, z. B. die Darmpassage behindern. Oft haben sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Tochtergeschwülste
(Metastase­n) gebildet. Diese finden sich am häufigsten in der Leber. In der Regel führen sie erst bei einer sehr großen Raumforderung zu Schmerzen, dann,  wenn die die Leber umgebende Bindegewebskapsel unter Spannung gerät. Sie können sich aber je nach ihrer Lage in der Leber durch andere Symptome, wie z. B. Gelbsucht und Verdauungsprobleme bemerkbar machen, wenn sie auf die in der Leber verlaufenden Gallenwege drücken.

Wie werden funktionell inaktive NET diagnostiziert?

Bei Verdacht auf einen neuroendokrinen Tumor werden sogenannte Tumormarker im Blut bestimmt. Auch funktionell inaktive NET setzen Stoffe frei, die sich im Blut nachweisen lassen. Als wichtigster Tumormarker für NET gilt das Chromogranin A (CgA).

Ergibt sich bei den Blutuntersuchungen ein Hinweis auf das Vorliegen von NET, können verschiedene bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, um herauszufinden, wo sich der Tumor im Körper befindet. Zu diesen bildgebenden Verfahren gehören z. B. die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), aber auch endoskopische Verfahren wie Magen- oder Darmspiegelung. Der letztendliche Nachweis eines NET erfolgt durch feingewebliche (histologische) Untersuchungen an Tumorgewebe nach Operation oder Biopsie.

Quellen/Literatur: 

Plöckinger, Ursula: Neuroendokrine gastrointestinale Tumoren, Uni-Med Science Verlag, 1. Auflage 2007

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