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Behandlung von NET mit Somatostatin-Analoga

Somatostatin-Analoga können die Symptom­e, die ein funktionell aktiver neuroendokrin­er Tumor verursacht verbessern und in einigen Fällen das Tumorwachstum verzögern.

Für die medikamentöse Behandlung von neuroendokrin­en Tumoren (NET) werden häufig sogenannte Somatostatin-Analoga (griech. analogos = ähnlich, vergleichbar) eingesetzt. Das sind synthetisch hergestellte Substanzen, die eine ähnliche Molekülstruktur aufweisen und vergleichbar wirken wie körpereigenes Somatostatin. Die Analoga werden aber vom Körper nicht so schnell abgebaut wie Somatostatin und sind daher besser für eine Therapie geeignet.

Was ist Somatostatin und wie wirkt es?

Somatostatin ist ein im Körper natürlicherweise vorkommender Botenstoff (Hormon), der in der Bauchspeicheldrüse, in der Wand von Magen und Darm, in den Nervenendigungen und in bestimmten Hirnregionen (Hypothalamus) gebildet wird. [1,2]

Somatostatin hemmt die Produktion und Ausschüttung vieler Hormone. Hierzu gehören neben dem Wachstumshormon (Somatotropin) auch Hormone wie Insulin, Glukagon, Gastrin, vasoaktives intestinales Peptid (VIP) und Serotonin. Letztere werden auch von funktionell aktiven NET gebildet. Außerdem verringert Somatostatin die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt und hemmt die Magensäureproduktion sowie die Magen- und Darmbewegungen. [1–3]

Somatostatin entfaltet seine Wirkung, indem es an spezifische Strukturen der Zelloberfläche bindet. Von diesen sogenannten Somatostatin-Rezeptoren gibt es beim Menschen fünf verschiedene Typen. Auch die Tumorzellen von NET tragen häufig diese Bindungsstellen an ihrer Oberfläche, sodass Somatostatin bzw. Somatostatin-Analoga an diesen Tumoren wirken können. [3]

Somatostatin-Analoga können Hormonausschüttung und Tumorwachstum hemmen

Bei Patienten mit funktionell aktiven NET schütten die Tumorzellen übermäßig Hormone aus. Dabei können − je nachdem, welche Hormone der Tumor produziert und ins Blut freisetzt − ganz unterschiedliche Krankheitsbilder mit entsprechenden Beschwerden auftreten. Am häufigsten ist hier das Karzinoid-Syndrom. Somatostatin-Analoga können diese Symptome lindern, indem sie an die Somatostatin-Rezeptoren der Tumorzellen binden und so die übermäßige Hormonausschüttung hemmen. [4]

Darüber hinaus können Somatostatin-Analoga bei gut differenzierten NET des
Mitteldarm­s (Midgut) die Vermehrung der Tumorzellen bremsen und so das Wachstum der Geschwulst verlangsamen. In seltenen Fällen kann auch eine Verkleinerung des Tumors durch die Behandlung erreicht werden. [4,]

Wirksame Therapie bei verschiedenen Krankheitsbildern

Somatostatin-Analoga werden bei verschiedenen Krankheitsbildern von NET als medikamentöse Standardtherapie eingesetzt. Hierzu gehören: [4,5]

  • Karzinoidsyndrom. Durch die Behandlung können die Häufigkeit und Intensität der Flush-Anfälle nachlassen. Die Durchfälle und begleitenden Bauchschmerzen können weitgehend oder sogar vollständig verschwinden
  • VIPom. Die für dieses Krankheitsbild typischen Durchfälle können sich in der Regel deutlich verbessern. Dadurch verlieren die Patienten weniger Flüssigkeit und Elektrolyte, wie z. B. Kalium.
  • Glukagonom. Insbesonde­re der häufige Hautausschlag und Schleimhautentzündungen können sich entscheidend verbessern. Allerdings kann sich unter der Behandlung die für das Glukagonom typische Zuckerkrankheit verschlechtern, da Somatostatin-Analoga auch die Produktion von Insulin hemmen können.

Beim Insulinom ist die Behandlung mit Somatostatin-Analoga weniger erfolgreich, vermutlich da nicht alle Insulinome Somatostatin-Rezeptoren besitzen, an die das Medikament gut anbinden kann. Beim Gastrinom spielt die Therapie mit Somatostatin-Analoga eine untergeordnete Rolle. Die Patienten werden stattdessen meist mit sogenannten Protonenpumpenhemmer behandelt, die an der Magenschleimhaut wirken und dort die Magensäureproduktion hemmen. [4]

Meist werden langwirksame Depotpräparate eingesetzt

Somatostatin-Analoga werden als Spritze unter die Haut oder in einen Muskel verabreicht. Je nach Präparat kann die Anwendung mehrmals pro Tag bis hin zu nur einmal im Monat erforderlich sein. Die Anwendung in langwirksamer Depotform ist der Standard. [5]

Quellen/Literatur: 

[1] DocCheck-Flexikon. Somatostatin (zuletzt besucht am 18.03.2013). http://flexikon.doccheck.com/de/Somatostatin [2] MedicoConsult-Facharztwissen. Somatostatin (zuletzt besucht am 28.03.2013). http://www.medicoconsult.de/wiki/Somatostatin [3] Graefe KH et al. Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag; 2011. [4] Plöckinger, Ursula: Neuroendokrine gastrointestinale Tumoren Uni-Med Science Verlag, 1. Auflage 2007 [5] Patientenbroschüre: Was sind NET? von Novartis. 2. Auflage, 2013

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