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Behandlung von NET mit Interferon alpha

Interferon alpha ist ein körpereigener Botenstoff, der das Immunsystem beeinflusst. Er kann das Wachstum sowie die Hormon­produktion neuroendokrin­er Tumor­en bremsen und wird daher zu deren Therapie eingesetzt.

Durch eine Behandlung mit Interferon alpha (IFN α) können bei Patienten mit einem neuroendokrin­en Tumor (NET) die Beschwerden gelindert und das Wachstum des Tumors gebremst werden. Interferon alpha ist ein Eiweißmolekül, das natürlicherweise im Körper produziert wird und als Botenstoff dient. Es aktiviert das menschliche Abwehrsystem (Immunsystem) und kann so Viren, aber auch Tumorzellen bekämpfen. [1]

Wann wird IFN α eingesetzt?

Das zur Behandlung eingesetzte Interferon alpha wird gentechnisch produziert. Dabei werden Bakterien im Labor so verändert, dass sie in großen Mengen menschliches IFN α herstellen können. Die so gewonnene Substanz wird in speziellen Verfahren aufbereitet und kann dann für die Therapie genutzt werden.
Interferon alpha kann bei neuroendokrin­en Tumoren als sogenannte Zweitlinientherapie nach einer Behandlung mit Somatostatin-Analoga angewendet werden, um die Symptom­e der Krankheit zu kontrollieren. Dabei kommt Interferon alpha besonde­rs bei fortschreitenden NET im Mitteldarm (Midgut), aber auch in anderen Darmbereichen sowie der Bauchspeicheldrüse zum Einsatz [3,4].
Durch eine Behandlung mit IFN α kann bei etwa einem Drittel der Patienten einen Wachstumsstillstand, bei etwa
10 % sogar eine Verkleinerung des Tumors erreicht werden. Die Hormon­produktion geht bei knapp 50 % der Patienten um mindestens die Hälfte zurück. Ein Nachteil von Interferon alpha ist die meist schlechtere Verträglichkeit im Vergleich zu den Somatostatin-Analoga, die ebenfalls für die medikamentöse Behandlung von NET eingesetzt werden. [2]

Wie genau wirkt Interferon alpha?

Interferon alpha trägt dazu bei, dass sich Abwehrzellen des Immunsystems untereinander verständigen können. Körperzellen setzen Interferon alpha frei, wenn sie beispielsweise von Viren befallen sind. Der Botenstoff aktiviert dann verschiedene Abwehrzellen des Immunsystems.[1]
Auf neuroendokrin­e Tumoren kann Interferon alpha verschiedene Auswirkungen haben:

  • IFN α kann  die Vermehrung der Tumorzellen hemmen, indem es die Zellteilung stört. [1]
  • Interferon alpha verändert die Oberfläche der Tumorzellen so, dass sie von Abwehrzellen des Immunsystems besser erkannt und angegriffen werden können. [2]
  • IFN α kann  bei vielen NET-Patienten bewirken, dass die Hormon­produktion des Tumors und die damit verbundenen Beschwerden deutlich zurückgehen. [2]

Auf welchem Weg diese Wirkungen von Interferon alpha auf die Tumorzellen ausgelöst werden, ist bisher noch nicht genau bekannt. [1]

Die Interferon-Therapie kann Nebenwirkungen verursachen

Obwohl es sich bei Interferon alpha um eine körpereigene Substanz handelt, können bei der Behandlung Nebenwirkungen auftreten. Typische Nebenwirkungen einer IFN-α-Therapie sind grippeähnliche Symptom­e wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, die innerhalb der ersten 5 Tage bei nahezu allen Patienten auftreten. Diese Beschwerden lassen sich häufig durch entzündungs- und fieberhemmende Medikamente lindern. Weiterhin kann es
 z. B. zu Appet­itlosigkeit, Gewichtsverlust und Depressionen kommen. Auch Veränderungen des Blutbildes und Störungen des körpereigenen Abwehrsystems sind mögliche Beschwerden infolge der Behandlung. [2,3]
Die auftretenden Beschwerden können dazu führen, dass die Dosis reduziert werden muss. Bei etwa 15 bis 20 % der Patienten sind die Nebenwirkungen der Grund dafür, die Therapie sogar ganz abzubrechen [2]. Dosisveränderungen oder ein Therapieabbruch sollten jedoch ausschließlich nach Rücksprache mit dem Arzt und unter dessen Kontrolle erfolgen.

Quellen/Literatur: 

[1] Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) - Krebsinformationsdienst. Behandlung bei Krebs: Zytokine in der Krebstherapie (zuletzt besucht am 04.04.2013). http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/interferone.php#inhalt4 [2] Patientenbroschüre “Neuroendokrine Tumoren des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse (GEP-NET)”, Novartis Pharma GmbH, November 2010. http://www.glandula-net-online.de/cms/upload/Broschren/Patientenbroschre_GEP-NET_Nov._2010.pdf [3] NET-Register. Tumore-Biotherapie (zuletzt besucht am 04.04.2013). http://www.net-register.org/wDeutsch/ne_tumore/therapiemoeglichkeiten/biotherapie.php [4] Krebszentrum Nord. Leitlinien zur standardisierten Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Neuroendokrinen Tumoren (zuletzt besucht am 04.04.2013). http://www.innere1.uni-luebeck.de/klinik/net-zentrum/pdf/sops-net-ccc-9-09.pdf

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