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Kontrolluntersuchungen bei NET

Regelmäßige Nachkontrollen sind bei NET sehr wichtig. Dies gilt für Patienten, die operiert wurden, ebenso wie für diejenigen, die medikamentös behandelt werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von neuroendokrin­en Tumor­en (NET) ist die regelmäßige Überwachung des Therapie­erfolgs. Auch wenn die Geschwulst durch eine Operation vollständig entfernt wurde, kann die Krankheit wieder auftreten. Um dies rechtzeitig entdecken und entsprechend reagieren zu können, sind regelmäßige Kontrollen angezeigt. Kann der Tumor nicht operiert werden, wird eine medikamentöse Therapie durchgeführt, um das Tumorwachstum zu bremsen und Symptom­e zu lindern. Auch in diesem Fall ist es sehr wichtig, den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie zu kontrollieren. [1]

Art und Umfang der Kontrolluntersuchungen stimmt Ihr Arzt auf Ihre individuelle Situation mit Ihnen ab. Dabei berücksichtigt er vor allem, welche Art von NET Sie haben, in welchem Stadium sich der Tumor befindet und welche Behandlung Sie erhalten oder bereits erhalten haben. Medizinische Leitlinien, in denen Experten den aktuellen Stand des Wissens über eine effektive und angemessene Versorgung des Patienten wiedergeben, bieten Anhaltspunkte dafür, welche Untersuchungen in welchen Abständen und über welchen Zeitraum durchgeführt werden sollten. [1,2]

Nachkontrolle erfüllt mehrere Aufgaben

Es gibt verschiedene Gründe, die dafür sprechen, sich als Patient mit neuroendokrin­e Tumor regelmäßig untersuchen zu lassen: [1,3]

  • Ein Wiederauftreten (Rezidiv) bzw. ein Fortschreiten der Krankheit sowie die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastase­n) kann rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen einer medikamentösen oder operativen Behandlung können erkannt und therapiert werden.
  • Der Arzt kann Sie als Patienten unterstützen, wenn Sie infolge der Krankheit körperliche und/oder seelische Probleme haben.

Wichtige Bestandteile jeder Nachkontrolle sind das Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem unter anderem Fragen nach dem bisherigen Verlauf der Erkrankung und nach dem aktuellen Befinden geklärt werden können, sowie die allgemeine körperliche Untersuchung. Darüber hinaus werden dieselben Verfahren zur Begutachtung des Krankheitsverlaufs eingesetzt wie zur Diagnose der Krankheit. Hierzu gehören sowohl Laboruntersuchungen als auch bildgebende Verfahren. [1,3]

Laboruntersuchungen geben Auskunft über die Krankheitsentwicklung

Durch regelmäßige Laboruntersuchungen von Blut und/oder Urin kann der Arzt den Krankheitsverlauf kontrollieren und damit auch die Wirksamkeit der Therapie überprüfen. Dabei spielt es für die Wahl der geeigneten Methode eine wichtige Rolle, ob ein funktionell aktiver oder inaktiver Tumor vorliegt. [3–5]

Funktionell aktive NET zeigen den Aktivitätsgrad der Erkrankung anhand der Hormon­e an, die sie an das Blut abgeben. Diese Hormon­e bzw. ihre Abbauprodukte können im Blut oder Urin durch Laborverfahren nachgewiesen werden. Dadurch ist es möglich, die Entwicklung der Krankheit zu überwachen. [3–5]

Funktionell inaktive NET geben keine Hormon­e ans Blut ab, die die Krankheitsaktivität anzeigen könnten. Zum Einsatz kommen stattdessen sogenannte Tumormarker, vor allem das Chromogranin A (CgA), dessen Konzentration im Blut bestimmt wird. Da die CgA-Werte von Patient zu Patient stark schwanken und auch aus anderen Gründen, z. B. bei eingeschränkter Nierenfunktion, erhöht sein können, sind einzelne Werte nicht sehr aussagekräftig. Der für jeden Patienten individuelle Verlauf der CgA-Werte eignet sich jedoch gut, um die Krankheitsentwicklung zu überwachen. [3–5]

Bildgebende Verfahren erlauben direkte Kontrolle von Tumorwachstum und -ausbreitung

Bildgebende Verfahren ermöglichen es, das Wachstum eines Tumors, seine Ausbreitung in benachbarte Organe sowie die Absiedlung von Tochtergeschwülsten in Lymphknoten oder entfernte Körperregionen direkt zu beobachten. Dadurch kann der Arzt ein Fortschreiten der Krankheit frühzeitig erkennen und entsprechend gegensteuern.

Die wichtigsten bildgebenden Verfahren für die Nachkontrolle bei NET sind: [4]

  • Ultraschalldiagnostik
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Somatostatin­rezeptor-Szintigraphie (SRS)

Auch Nebenwirkungen der Therapie müssen überwacht werden

Zur Kontrolle des weiteren Krankheitsverlaufs bei NET gehört es auch, mögliche Nebenwirkungen der Behandlungsmaßnahmen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dabei kann es sich um die Folgen von operativen Eingriffen oder ablativen Verfahren, aber auch um unerwünschte Effekte von Medikamenten handeln. So sollte beispielsweise bei dauerhafter Behandlung mit Somatostatin-Analoga die Gallenblase regelmäßig per Ultraschalldiagnostik untersucht werden, da es durch die Therapie zur Bildung von Gallensteinen kommen kann [3].

Nachuntersuchungen sollten zunächst alle zwei bis sechs Monate erfolgen

Sowohl die Bestimmung der verschiedenen Blutwerte als auch die bildgebenden Verfahren werden zunächst im Abstand von drei bis sechs Monaten wiederholt (SRS nur alle ein bis zwei Jahre). Je nach individuellem Krankheitsverlauf können die Untersuchungen nach einigen Jahren unter Umständen auch in größeren Intervallen erfolgen oder sogar ganz entbehrlich werden.[6]

Quellen/Literatur: 

[1] Scherübl H. Neuroendokrine Tumoren [NET]/Karzinoide - Nachsorge (zuletzt besucht am 29.04.2013). Vivantes Klinikum Am Urban - Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité, Berlin; http://www.karzinoidtumore.de/nachsorge.php.
[2] Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Nachsorge bei Krebs (zuletzt besucht am 29.04.2013). http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nachsorge.php.
[3] Patientenbroschüre von Novartis “Was sind NET?" 2. Auflage 2013
[4] Medizininfo. Therapie und Nachsorge bei neuroendokrinen Tumoren (zuletzt besucht am 22.04.2013). http://www.medizinfo.de/krebs/net/therapie.shtml.
[5] Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e. V. Neuroendokrine Neoplasien - eine Übersicht (zuletzt besucht am 30.04.2013). http://www.glandula-net-online.de/cms/front_content.php?idcat=75&idart=95.
[6] Zusammenfassung der ENETS-Guidelines: NET-NEWs Letter (zuletzt besucht am 30.04.2013). Zentralklinik Bad Berka;: https //www.rhoen-klinikum-ag.com/rka/cms/zbb_2/deu/download/ZKB_Net_News_Dez2012.pdf.

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