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Insulinom – NET der Bauchspeicheldrüse führt zu Unterzuckerung

Das Insulin­om ist der häufigste funktionell aktive neuroendokrin­e Tumor der Bauchspeicheldrüse. Der Tumor bildet Insulin und führt dadurch zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels (Unterzuckerung).
Abb.: Pankreas (Bauchspeicheldrüse): Insulinome finden sich am häufigsten im Pankreaskopf und Pankreasschwanz.

Insulinome sind mit einer Häufigkeit von 40–70 % die häufigsten funktionell-aktiven neuroendokrin­en Tumoren der Bauchspeicheldrüse (pankreatisch­e NET = pNET), gefolgt von Gastrin­omen, Glukagon­om­en und VIPom­en. Insulinome werden in allen Altersgruppen beobachtet. Am häufigsten treten sie zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. [2]

Inselzellen produzieren Insulin

Insulinome entstehen aus den β-Zellen, einer bestimmten Art der sogenannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Aufgabe der β-Zellen ist es, das Hormon Insulin zu bilden. Insulin spielt bei der Regulation des Blutzuckerspiegels eine wesentliche Rolle. Es sorgt dafür, dass Traubenzucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird und diese so mit Energie versorgt werden. Während bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ein Mangel an Insulin zu erhöhten Blutzuckerwerten führt, ist bei einem Insulinom das Gegenteil der Fall. Durch den ständigen Insulinüberschuss wird zu viel Glucose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen, es kommt zur Unterzuckerung (Hypoglykämie). [1, 2]
Die Inselzellen sind über die ganze Bauchspeicheldrüse verteilt. Insulinome können daher überall in der Bauchspeicheldrüse vorkommen, am häufigsten treten sie jedoch im Pankreas-Kopf und -Schwanz auf (siehe Abbildung). [2]

Symptome bei Insulinomen

Die Symptom­e treten vor allem auf, wenn längere Zeit nichts gegessen oder vermehrt Energie verbraucht wurde. Dies ist zum Beispiel morgens im Nüchternzustand der Fall oder nach körperlicher Anstrengung).

Eine Unterzuckerung, die durch den Insulinüberschuss hervorgerufen wird, kann sich z. B. durch folgende Symptom­e bemerkbar machen:

  • Schwächegefühl
  • Zittern
  • Mattigkeit
  • Heißhunger
  • Schweißausbrüche und
  • Unruhe

Weitere Symptom­e können Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Sehstörungen sein. In einigen Fällen werden auch Krampfanfälle und psychische Veränderungen wie Verwirrung oder Aggressivität beobachtet. Sinkt der Blutzucker immer weiter ab, kann der Patient das Bewusstsein verlieren und sogar ins Koma fallen. Da die Betroffenen bei Heißhunger häufig viele Kalorien zu sich nehmen und Insulin die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen fördert, kann es langfristig zu einer Gewichtszunahme kommen. [1, 2].

Diagnose von Insulinomen

Nachgewiesen werden kann ein Insulinom mit dem sogenannten Fasten- oder Hungertest. Hierfür nimmt der Betroffene über einen längeren Zeitraum keine Nahrung zu sich (Nahrungskarenz). Er bekommt in der Regel eine normale Abendmahlzeit und muss ab 24 Uhr für maximal 72 Stunden eine absolute Nahrungskarenz einhalten. Wichtig ist hierbei, dass er ausreichend kalorienfreie Flüssigkeit (2 bis 3 l/Tag) trinkt. Während dieser Zeit werden mehrfach der Blutzucker und andere Werte wie z. B. Insulin und C-Peptid gemessen. Weitere diagnostische Verfahren sind der Insulinsuppressionstest und eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie. [2]

Therapie von Insulinomen

Erstes Ziel der Therapie eines Insulinoms ist es, die Erkrankung durch vollständige operative Entfernung des Tumors zu heilen. Manchmal kann es notwendig sein, einen Teil der Bauchspeicheldrüse zu entfernen. Wenn keine operative Therapie möglich ist, können Medikamente den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. [1,2]

Quellen/Literatur: 
[1] Was sind NET? Patientenbroschüre der Novartis Pharma GmbH, 2. Auflage 2013 [2] Doccheck Flexicon: http://flexikon.doccheck.com/de/Insulin