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Radioaktive Substanzen in der Diagnostik von neuroendokrinen Tumoren (NET)

Radioaktive Substanzen werden bei der Diagnose von NET eingesetzt, um den Tumor sichtbar zu machen.

Die Vorstellung, radioaktive Substanzen verabreicht zu bekommen, klingt für viele Patienten erst einmal erschreckend. Doch bei näherer Betrachtung ist abzuwägen, ob nicht der Nutzen einer solchen Behandlung das Risiko überwiegt.

Bei der Diagnostik von neuroendokrin­en Tumoren (NET) spielen bildgebende Verfahren zunehmend eine zentrale Rolle; bei manchen dieser Untersuchungen ist es erforderlich, dem Patienten eine radioaktive Substanz zu verabreichen, um den Tumor sichtbar zu machen [2].

Die Tatsache, dass NET mit radioaktiven Substanzen markiert werden können, wird inzwischen auch in der Therapie dieser Tumoren genutzt, denn auf diesem Wege kann das Tumorgewebe gezielt behandelt und gesundes Gewebe geschont werden.

Steht eine Untersuchung oder therapeutische Behandlung mit radioaktiven Substanzen an, stellen sich dem Patienten häufig folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Strahlenbelastung bei diesen Untersuchungen?
  • Fallen bei diesen Untersuchungen Kosten für mich an?
  • Ist die Behandlung überall verfügbar?

Die Szintigraphie ist wenig belastend und gut verfügbar

Das gängigste Verfahren bei der Diagnostik von NET ist die Szintigraphie (Octreoscan) [1, 3]. Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten Indium-111Octreotid verabreicht. Indium-111Octreotid ist eine radioaktiv markierte Substanz, die an bestimmte Strukturen bindet, die die meisten neuroendokrin­en Tumoren an ihrer Oberfläche tragen (Somatostatinrezeptoren). Die Substanz zerfällt im Körper innerhalb von 3-4 Tagen zu nicht radioaktiven Cadmium-111. Mit der Szintigraphie können Tumoren, die größer als 1 cm sind, gut erkannt werden. Die Strahlenbelastung liegt dabei knapp über der Dosis, der wir innerhalb eines Jahres auch in der Natur ausgesetzt sind. [1, 3, 4].

Die DOTATOC-PET-CT liefert sehr genaue Ergebnisse

Eine sehr moderne Untersuchung zur Diagnose eines neuroendokrin­en Tumors, ist die DOTATOC-PET-CT. Sie ist derzeit die genaueste Methode, mit der auch Tumoren erkannt werden können, die kleiner als 5 mm sind.

Die PET-CT stellt eine Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
und Computertomographie (CT) dar. An eine Trägersubstanz (DOTATOC) wird das radioaktive Gallium-68 angehängt und dann dem Patienten verabreicht. Die Strahlenbelastung ist bei der DOTATOC-PET-CT etwas geringer als bei der Szintigraphie; Gallium-68 wird innerhalb von 2-3 Tagen im Körper abgebaut.

Derzeit kann die Untersuchung nur an bestimmten Zentren durchgeführt werden, denn ein PET-CT-Gerät ist nicht an allen Kliniken verfügbar. Außerdem muss die radioaktive Substanz jeweils frisch hergestellt werden, was nicht in jedem Krankenhaus möglich ist [1,4]. Die Kostenübernahme sollte im Einzelfall vorher mit der Krankenkasse geklärt werden.

Quellen/Literatur: 

[1] Patientenbroschüre Neuroendokrine Tumoren, Novartis Oncology, 2006 [2] Stellenwert der Nuklearmedizin bei der Diagnose von NET http://www.kup.at/kup/pdf/8720.pdf [3] Homepage des Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e.V. http://www.glandula-net-online.de/cms/front_content.php?idcat=75 [4] H. Hartmann, K. Zöphel, R. Freudenberg, L. Oehme, M. Andreeff, G. Wunderlich, G. Eisenhofer, J. Kotzerke: Radiation exposure of patients during 68Ga-DOTATOC PET/CT examinations [5] Radiopeptidtherapie http://nuk.klinikum.uni-muenchen.de/therapie/011_ther_neuro_tum.php [6] Peptidrezeptorvermittelte Radiotherapie http://www.carcinoid-call-point.de/neu/de/net-karzionid-de/therapie-de.html?start=1 [7] Ursula Plöckinger. Neuroendokrine gastrointestinale Tumoren, uni-med Science-Verlag, 1. Auflage, 2007

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