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Bildgebende Verfahren in der Diagnostik von NET

Viele neuroendokrin­e Tumor­en lassen sich durch bildgebende Untersuchungen erkennen. Dabei können verschiedene Verfahren eingesetzt werden, wie z. B. Endoskopie, Ultraschall, Computer- und Magnetresonanztomographie.

Neuroendokrin­e Tumor­en (NET) können in vielen verschiedenen Organen des Körpers entstehen. Sie treten beispielsweise in Magen, Darm oder Bauchspeicheldrüse auf, bilden sich bisweilen aber auch in der Lunge, in den Nebenschilddrüsen oder im Gehirn. Manchmal können die Tumor­en auch an mehreren Stellen gleichzeitig nachgewiesen werden. Zudem sind die Tumor­en oft sehr klein und befinden sich häufig in Bereichen, die für Untersuchungen schwer zugänglich sind wie z. B. der untere Dünndarmabschnitt.

Die Suche nach einem neuroendokrin­en Tumor kann daher schwierig sein. Für die weitere Behandlung ist es jedoch wichtig, dass der Arzt den Tumor bzw. die Tumoren aufspürt und genau lokalisiert. Hierzu werden verschiedene bildgebende Untersuchungsmethoden eingesetzt.

Endoskopie − direkte Bilder von Magen, Darm oder Lunge

Bei der Endoskopie („Spiegelung“) untersucht der Arzt den Patienten mit einem schlauchförmigen Gerät (Endoskop), das mit Kamera und Beleuchtung ausgestattet ist. Mit dieser Methode können der Magen (Magenspiegelung oder „Gastroskopie“), der Darm (Darmspiegelung oder „Koloskopie“) oder die Atemwege (Lungenspiegelung oder „Bronchoskopie“) von innen auf eventuelle Tumoren hin überprüft werden.

NET befinden sich aber nicht selten in Abschnitten des Dünndarms, die weder vom Magen noch vom Dickdarm aus mit einem Endoskop erreicht werden können. Eine Möglichkeit, auch diese schwer zugänglichen Darmabschnitte zu untersuchen, ist die sogenannte Kapselendoskopie. Hierbei schluckt der Patient eine winzige Kamera wie eine Tablette. Während ihrer Passage durch den Verdauungstrakt macht diese etwa zweimal pro Sekunde ein Bild und sendet es per Funk an ein am Körper mitgeführtes Empfangsgerät. [2]

Sonographie − den Tumor mit Ultraschall finden

Bei der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird ein Gerät mit einem Schallwellenkopf eingesetzt, der kurze Schallwellenimpulse durch die Haut des Patienten sendet. Die Impulse werden in den verschiedenen Gewebeschichten (z. B. Muskel oder Fettgewebe) verschieden stark reflektiert und gestreut. Dadurch entstehen unterschiedliche Signale. Diese empfängt das Ultraschallgerät und wandelt sie in Bilder um, die auf einem Monitor dargestellt werden. Bei der Sonographie wird keine Strahlung eingesetzt, die den Körper schädigen könnte.

Eine besonde­re Form der Ultraschalluntersuchung ist der endoskopische Ultraschall (Endosonographie). Bei dieser Methode wird der Schallkopf nicht von außen an die Haut des Patienten gehalten, sonder­n wie eine Endoskopkamera von innen an die Organe herangebracht, in denen der Tumor vermutet wird. Dadurch sind feinere Schallaufnahmen als von außen möglich. Die Endosonographie wird z. B. genutzt, um vom Magen aus NET der Bauchspeicheldrüse wie Insulin­om, Glukagon­om, Gastrin­om oder VIPom zu entdecken. [1]

CT und MRT − den Körper schichtweise durchleuchten

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie genannt) sind Verfahren, bei denen schichtweise viele einzelne Aufnahmen des Körpers gemacht werden. Die CT arbeitet dazu mit Röntgenstrahlung. Bei der MRT basiert die Bildgebung hingegen darauf, dass die Wasserstoffteilchen in den Körpergeweben durch ein starkes Magnetfeld zu Schwingungen angeregt werden. Dadurch entstehen messbare Signale, die mithilfe eines Computers ausgewertet und als Bild dargestellt werden. [1]

Bei der Diagnostik von NET spielen CT und MRT vor allem bei der Suche nach Tochterabsiedlungen (Metastase­n) in Lymphknoten oder Leber eine Rolle, aber auch der Primärtumor kann mit diesen Verfahren gefunden werden. Mit CT und MRT sind Geschwülste ab einer Größe von 5−10 mm gut darstellbar. Mithilfe sehr moderner CT- und MRT-Geräte lassen sich aber auch kleinere Tumoren erkennen, wobei die Genauigkeit der Untersuchung auch davon abhängt, wie gut sich der Tumor von dem umliegenden Gewebe abhebt. [3,4]

Somatostatinrezeptor-Szintigraphie − spezielle Oberflächenstrukturen nutzen

Zur Diagnose von NET werden auch radioaktive Substanzen eingesetzt, um den Tumor sichtbar zu machen. So wird in der Somatostatin­rezeptor-Szintigraphie künstlich hergestelltes Somatostatin, das mit schwach radioaktiven Partikeln markiert ist, in den Körper des Patienten eingebracht. Dieses bindet sich an Somatostatin-Bindungsstellen (Rezeptoren), die die meisten NET-Tumorzellen an ihrer Oberfläche aufweisen. Bei Zerfall der radioaktiven Markierungen wird eine sehr geringe Strahlung frei, die mit speziellen Geräten gemessen und in ein Bild umgesetzt werden kann. [1]

Mit der Somatostatinrezeptor-Szintigraphie können Gastrin­ome in mehr als 90 % der Fälle erfasst werden. Bei Insulin­omen ist die Erkennungsrate hingegen deutlich niedriger, weil deren Zellen vermutlich einen anderen Typ von Somatostatinrezeptoren aufweisen, der das markierte Somatostatin nicht so stark bindet. Das Verfahren hat den Vorteil, dass jeweils der ganze Körper untersucht wird. So können auch Tumoren zufällig entdeckt werden, auf die es zuvor keine Hinweise gab. [1]

PET − den Stoffwechsel im Körper darstellen

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine Weiterentwicklung der Szintigraphie mit höherer Präzision. Bei dem Verfahren werden ebenfalls radioaktive Markersubstanzen genutzt, um Stoffwechselvorgänge unterschiedlicher Gewebe detailliert bildlich darzustellen. Da NET-Zellen − wie andere Tumorzellen auch − im Vergleich zu gesunden Körperzellen besonde­rs stoffwechselaktiv sind, lassen sie sich durch dieses Verfahren gut erkennen. [5]

Um Tumoren besonde­rs frühzeitig entdecken und genau lokalisieren zu können, werden häufig PET und CT kombiniert [6]. Durch eine solche PET-CT-Untersuchung erhält der Arzt Informationen zu den Stoffwechselfunktionen und kann Störungen den entsprechenden Geweben räumlich genau zuordnen [5,6]. So wird zur Diagnose von NET die sogenannte DOTATOC-PET-CT eingesetzt.

Angiographie − die Blutzufuhr verrät die Tumoren

Tumoren sind in der Regel viel besser mit Blutgefäßen versorgt als gesundes Gewebe. Mit Darstellung der Blutgefäße, der sogenannten Angiographie, ­können daher viele Tumoren erkannt und lokalisiert werden. Dazu wird dem Patienten eine für Röntgenstrahlung undurchlässige Lösung (Röntgenkontrastmittel) ­in die Blutbahn gespritzt. Im Röntgenbild sind dann die Blutgefäße zu erkennen.

Die Angiographie kann gut mit dem CT oder MRT kombiniert werden.

Und wenn der Arzt eine Geschwulst findet?

Bildgebende Verfahren sind hilfreich, um verdächtige Strukturen zu entdecken, und ermöglichen häufig auch eine erste Einschätzung des Tumors. Erst die Untersuchung von Gewebeproben bringt jedoch Klarheit über die Diagnose.

Dafür kann, wenn dies möglich ist, vor der Operation z. B. endoskopisch eine kleine Probe des verdächtigen Gewebes entnommen werden (Biopsie). Diese wird dann von einem Facharzt für Krankheitslehre (Pathologe) untersucht. Aufgrund der Merkmale unter dem Mikroskop kann dieser genau sagen, ob es sich tatsächlich um einen neuroendokrin­en Tumor handelt und wenn ja, welcher Tumortyp vorliegt und in welchem Stadium sich die Krankheit befindet. Diese Informationen sind für den behandelnden Arzt besonde­rs hilfreich für die Therapie­entscheidung.

Nicht alle NET werden jedoch biopsiert. Oft werden die Gewebeproben auch erst nach der Operation aus den bereits entfernten Tumoren bzw. Tochtergeschwülsten gewonnen und dann vom Pathologen untersucht.

Quellen/Literatur: 

[1] NET-Register. Diagnostische Methoden: MRT, Endosonographie, SRS, CT, Sekretin-Test (zuletzt besucht am 05.03.2013). http://www.net-register.org/wDeutsch/ne_tumore/diagnostik/index.php?navanchor=1110009 [2] Ruhr-Universität Bochum - Medizinische Universitätsklinik. VIDEO – Kapselendoskopie (M2A) (zuletzt besucht am 06.03.2013). http://www.kapselendoskopie.de/ [3] Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Häufig gestellte Fragen zur Computertomographie (CT) (zuletzt besucht am 06.03.2013). http://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/computertomographie-faq.php [4] Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Häufige Fragen zur Magnetresonanztomographie (MRT) (zuletzt besucht am 06.03.2013). http://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/kernspintomographie-faq.php#inhalt18 [5] Universitätsklinik Tübingen. Positronen-Emissions-Tomographie/CT (PET/CT) (zuletzt besucht am 06.03.2013). http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/Kliniken/Radiologie/Diagnostische+und+Interventionelle+Radiologie/Leistungsspektrum/Positronen_Emissions_+Tomographie_CT+(PET_CT).html [6] Deutscher Verlag für Gesundheitsinformation GmbH. Fachportal Radiologie/Nuklearmedizin -PET/CT (zuletzt besucht am 06.03.2013). http://www.medfuehrer.de/Radiologie-Radiologen/PET-CT.html

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