Die operative Entfernung ist ein bewährter Weg, um neuroendokrine Tumoren zu behandeln. Je früher die Diagnose erfolgt und eine Tumoroperation stattfindet, desto besser.
Bei der Therapie von neuroendokrinen Tumoren (NET) ist es das oberste Ziel, den Tumor vollständig aus dem Körper zu entfernen, wenn dies möglich ist. Denn nur so kann eine Heilung der Erkrankung erreicht werden.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über gängige Operationsverfahren bei NET in Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse.
Kleinere Geschwulste im Bereich des Magens können mit dem Endoskop entfernt werden. Bei größeren Tumoren ist in der Regel eine offene Operation erforderlich. Je nachdem, in welchem Bereich des Magens der Tumor sich befindet und wie groß er ist, müssen Teile des Magens oder selten auch der ganze Magen entfernt werden.
Das häufigste Operationsverfahren ist die so genannte Roux-Y-Rekonstruktion. Dabei werden die verbleibenden Magenanteile bzw. die Speiseröhre mit den oberen Dünndarmabschnitten verbunden. Die Verbindung erinnert in ihrer Form an ein Y. (Lage der Verdauungsorgane siehe Abb. 1)
Abb. 1: Lage der Verdauungsorgane. Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild.
Über 50 % der NET befinden sich im Darm – der überwiegende Teil in Abschnitten des Dünndarms oder im Blinddarm (Appendix). [1] Wie große Anteile des Darms entfernt werden müssen, hängt davon ab, wie ausgedehnt der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ist und ob angrenzende Teile betroffen sind.
Nur ca. 1 % der endokrinen Tumoren befindet sich an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Die meisten dieser Tumore produzieren Hormone (z. B. Insulinom oder Gastrinom) und führen deshalb zu Beschwerden. [1] Je nachdem, ob sich der Tumor im Bereich des Kopfes oder des Schwanzes der Bauchspeicheldrüse befindet (siehe Abb. 1 und 2) und ob der Magen mit betroffen ist, kommen folgende Operationsverfahren häufig zum Einsatz:
Die Entscheidung für die eine oder andere Variante muss im Einzelfall getroffen werden.

Abb. 2: Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
NET werden häufig erst in späten Stadien diagnostiziert. Oft wächst der Tumor dann schon sehr ausgedehnt und hat bereits Tochtergeschwülste gebildet. Diese befinden sich überwiegend in Bereichen, in die das Blut und die Lymphflüssigkeit aus dem befallenen Organ abfließt. Bei NET des Magen-Darm-Traktes sind dies die Lymphknoten, die in der Nähe des Tumors liegen, sowie vor allem die Leber.
Dies muss bei der operativen Entfernung von NET berücksichtigt werden. Deshalb werden bei allen genannten Operationsverfahren häufig die angrenzenden Lymphknoten und -gefäße mit entfernt – wenn es nötig und möglich ist, auch Anteile der Leber. Denn nur wenn wirklich alle Tumoranteile aus dem Körper entfernt wurden, kann von einer Heilung der Erkrankung ausgegangen werden.
Es kommt vor, dass Tumoren oder ihre Tochtergeschwülste so ungünstig liegen oder bereits so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht mehr vollständig entfernt werden können. Doch auch in diesen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein. Beispielsweise um die Hormonmenge, die vom Tumor gebildet wird, zu reduzieren oder die Magen-Darm-Passage wiederherzustellen, wenn der Tumor sie behindert. Diese Entfernung von möglichst großen Tumoranteilen nennt man „Tumordebulking“ (engl. bulk = große Menge, Masse).[1]
Da verschiedene Abschnitte des Darms unterschiedliche Aufgaben haben, kann eine Entfernung die Verdauung beeinträchtigen. Welche Beschwerden entstehen, hängt davon ab, welche Abschnitte und zu welchem Ausmaß sie entfernt wurden. In vielen Fällen kann dann eine Anpassung der Ernährung Linderung verschaffen. Die Broschüre „Ernährungs-Tipps für NET-Patienten“ gibt dazu viele Hintergrundinformationen und praktische Tipps. Die Broschüre kann kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden. Zur Broschüre