Nach der anfänglichen Behandlung eines NET sind über längere Zeit regelmäßige Kontrollen des Tumorwachstums und der hormonellen Aktivität erforderlich, um einen neuen Krankheitsschub möglichst frühzeitig zu erkennen.
Neuroendokrine Tumoren (NET) sind durch die anfänglichen Behandlungsmaßnahmen in vielen Fällen leider nicht sicher zu heilen. Von eindeutig gutartigen NET, die vollständig entfernt werden können, abgesehen, ist es daher erforderlich, die weitere Entwicklung der Erkrankung zu überwachen. So kann ein zunächst noch unklarer Behandlungserfolg dauerhaft abgesichert bzw. ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig genug erkannt werden. Falls erforderlich ist es dadurch möglich, die Therapie wirksam umzustellen oder zu intensivieren.
Für die Nachsorgediagnostik werden die gleichen Methoden eingesetzt, die auch bei der Erstdiagnose von NET angewendet werden. Von Bedeutung für die Nachsorge sind drei Aspekte:
Ein wichtiger Aspekt bei der Überwachung von NET ist die Kontrolle von Blut- und Urinwerten, die Aussagen sowohl über die allgemeine Gesundheitsverfassung als auch über spezielle Fragen bei NET-Erkrankungen zulassen. Dabei unterscheiden sich hormonell aktive und hormonell inaktive Tumoren hinsichtlich der Werte, die Aussagen über die Krankheitsentwicklung erlauben:
Bildgebende Verfahren ermöglichen es, das Wachstum eines Tumors, seine Ausbreitung in benachbarte Organe sowie die Absiedelung von Tochtergeschwülsten in Lymphknoten oder entfernte Körperregionen direkt zu beobachten. Die wichtigsten bildgebenden Verfahren für die Nachsorge bei NET sind:
Zusätzlich wird für Patienten mit Karzinoidsyndrom in jährlichem Abstand eine Ultraschalluntersuchung des Herzens empfohlen, um eine Schädigung auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen.
Sowohl die Bestimmung der verschiedenen Blutwerte als auch die bildgebenden Verfahren werden zunächst im Abstand von drei bis sechs Monaten wiederholt (SRS nur alle ein bis zwei Jahre). Je nach individuellem Krankheitsverlauf können die Untersuchungen nach einigen Jahren unter Umständen auch in größeren Intervallen erfolgen oder sogar ganz entbehrlich werden.
Zur Überwachung des weiteren Krankheitsverlaufs bei NET gehört auch eine Kontrolle der Nebenwirkungen der Behandlungsmaßnahmen. Dabei kann es sich um die Folge operativer Eingriffe aber auch um unerwünschte Effekte der Medikamentenbehandlung handeln. So sollte beispielsweise bei dauerhafter Behandlung mit Somatostatin-Analoga regelmäßig eine Ultraschalluntersuchung der Gallenblase vorgenommen werden, da es unter der Therapie mit dem Medikament unter Umständen zur Bildung von Gallensteinen kommen kann.