In fortgeschrittenen Krankheitsstadien können sich Krebszellen aus dem Tumorverband lösen und an anderer Stelle im Körper Metastasen bilden. Vor allem Metastasen in der Leber können oft gut behandelt werden.
Krebszellen können sich in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung aus dem Tumorverband lösen und im Körper ausbreiten. Am Absiedelungsort vermehren sich diese Zellen und bilden Metastasen. Je nach Entfernung vom Primärtumor unterscheidet man lokale und regionäre Metastasen von Fernmetastasen:
Bei neuroendokrinen Tumoren steigt mit zunehmender Größe des Primärtumors auch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Metastasen bildet. So kommt es bei einer Tumorgröße von 1-2 cm in 10 % der Fälle zu einer Absiedelung von Tumorzellen in andere Organe. Bei einer Tumorgröße über 2 cm liegt diese Wahrscheinlichkeit schon bei 80 %. Gerade deshalb ist die möglichst frühzeitige Diagnose und Entfernung eines neuroendokrinen Tumors von großer Bedeutung.
Wie sich der Tumor im Körper ausbreitet und in welchen Organen sich Metastasen bevorzugt bilden, ist bei verschiedenen Krebsarten unterschiedlich. Rund die Hälfte aller neuroendokrinen Tumoren entsteht im Magen-Darm-Trakt. Die meisten finden sich im Bereich des Dünndarms, gefolgt vom Wurmfortsatz, Magen und Dickdarm. Das Organ, in dem am häufigsten Metastasen eines neuroendokrinen Tumors gefunden werden, ist die Leber. Es kann aber ebenso zu einer Metastasierung in regionale Lymphknoten kommen oder zu lokalen Metastasen in direkter Tumorumgebung.
Die Bildung von Tochtergeschwülsten in der Leber bleibt in der Regel über längere Zeit unbemerkt. Erst wenn aufgrund des Metastasenwachstums Lebergewebe zerstört wird, zeigen sich Symptome einer eingeschränkten Leberfunktion. Hierzu gehören beispielsweise Appetitlosigkeit und Störungen der Magen-Darm-Funktion. Werden die Gallenwege durch eine Metastase eingeengt oder verschlossen, kann sich der Rückstau der Galleflüssigkeit durch eine Gelbsucht bemerkbar machen. Funktionsstörungen der Leber können mit einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Der Nachweis einer Metastase erfolgt durch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchung, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
Metastasen eines hormonaktiven neuroendokrinen Tumors sind ebenfalls zur Hormonbildung fähig. Im Falle des häufigsten neuroendokrinen Tumors, dem Karzinoid, machen sich Symptome sogar meist erst dann bemerkbar, wenn sich Lebermetastasen gebildet haben. Dazu tragen zwei Gründe bei:
Das Lebergewebe wird durch die Bildung von Metastasen geschädigt und kann daher das überschüssige Serotonin nur noch eingeschränkt abbauen.
Liegen einzelne Lebermetastasen vor, stehen verschiedene Methoden der Lasertechnik und Radiotherapie zur Verfügung, um diese zu behandeln. Selbst wenn mehrere Metastasen in der Leber vorhanden sind, ist es in manchen Fällen möglich, sie vollständig zu entfernen. Denn die Leber ist einer Operation in großen Teilen gut zugänglich und kann außerdem einen relativ großen Gewebsverlust kompensieren.
Der Begriff Rezidiv muss von dem der Metastase abgegrenzt werden. Ein Rezidiv bezeichnet das Wiederauftreten des Tumors, wenn dieser scheinbar geheilt war. Tritt das Rezidiv an der gleichen Stelle auf wie der ursprüngliche Tumor (Primärtumor), spricht man von einem lokalen Rezidiv. Sind außerdem die angrenzenden Lymphknoten betroffen, handelt es sich um ein lokoregionales Rezidiv. Der Begriff Fernrezidiv wird manchmal synonym für eine Metastase verwendet. Metastasen können aber bereits in Zusammenhang mit der Ersterkrankung auftreten, ein Fernrezidiv nur sekundär.